Algen im Teich

Warum sind Algen problematisch? Welche Algenarten findet man im Teich und wie können Sie Algen wirkungsvoll und langfristig bekämpfen?

Warum sind Algen problematisch?

Algen gehören zum Teich wie alle anderen Wasserorganismen, sie lassen sich nicht oder nur mit einem recht hohen Aufwand vermeiden. Solange der Algenwuchs gering bleibt oder nicht auffällig die Überhand gewinnt, besteht kein Grund zur Sorge.

Starker Algenwuchs hat jedoch dramatische Auswirkungen auf das Wasser: Algen sind Pflanzen und produzieren tagsüber Sauerstoff (was positiv ist). Nachts kehrt sich die Situation jedoch um, und die Algen verbrauchen Sauerstoff. Bei sehr starkem Algenbefall kann der Sauerstoffgehalt nachts in gefährlich niedrige Bereiche sinken und das Leben im Gartenteich bedrohen. Eine nächtliche Durchlüftung ist dann angeraten.

Weiterhin verbrauchen Algen unter Lichteinwirkung (also tagsüber) wie die Wasserpflanzen auch, Kohlendioxid (CO2). Dieser Verbrauch lässt den pH-Wert (Säurewert) des Wassers unter Umständen extrem ansteigen (pH >9), was zu einem lebensfeindlichen Milieu führt. Nachts produzieren sie wie alle anderen Pflanzen auch Kohlendioxid, was den pH-Wert sinken lässt.

Reicht der CO2-Gehalt im Wasser nicht mehr aus, sind Algen in der Lage, sich das CO2 aus der Karbonathärte (KH) herauszulösen. Die Folge ist eine Abnahme dieses wichtigen Wasserparameters, was wiederum dazu führt, dass der pH-Wert nicht mehr stabil ist. Nun wird der pH-Wert nachts absinken (meist auf Werte bis etwa 6) und tagsüber auf viel zu hohe Werte (bis Werte über 10) ansteigen, was massive Probleme für alle Lebewesen im Teich bedeutet.

Hinweis: Eine Veränderung des pH-Werts um eine Stufe bedeutet eine Verzehnfachung der Laugen- (pH Wert steigt) oder Säure-Menge (pH Wert sinkt), ein Änderung um zwei Stufen ist eine 100-fache Konzentrationsänderung, eine um 3 Stufen ist eine 1000-fache Konzentrationsänderung.

Zu allerletzt sei noch darauf hingewiesen, dass absterbende Algen von Bakterien unter Sauerstoffverbrauch abgebaut werden. Daher sollte das Wasser zusätzlich belüftet werden, wenn Algen von alleine oder bei aktiver Bekämpfung absterben.

Diese Vorgänge scheinen auf den ersten Blick sehr kompliziert zu sein, aber keine Angst: Wenn man sie Schritt für Schritt angeht und in einzelne Vorgänge zerlegt, sind sie gar nicht so schwer zu verstehen und problemlos in den Griff zu bekommen – das versprechen wir Ihnen!

Welche Algenarten findet man im Teich?

Es gibt zwei Algengruppen, die meistens in Gartenteichen auftreten:

  1. Fädige, grüne bis bräunliche Algen, die fest am Untergrund, Teichrändern, Steinen und Pflanzen festsitzen.
  2. Schwebealgen, die das Wasser grün färben.

Die Fadenalgen und Schwebealgen gehören zu den Grünalgen und sind immer auf Nährstoffüberschuss in Verbindung mit viel Licht zurückzuführen. Daher treten sie meist im Frühjahr und Sommer auf, wenn die Sonneneinstrahlung zunimmt bzw. sehr stark ist.

Dabei gibt es zeitliche Zusammenhänge, die mit dem Wachstum der höheren Wasserpflanzen zusammenhängen. Im zeitigen Frühjahr, wenn die Lichtmenge zunimmt, entwickeln sich vorzugsweise die Schwebealgen, da diesen eine Nährstoffkonkurrenz durch die Wasserpflanzen noch fehlt. Nach Beendigung der Schwebealgenblüte kommen im zweiten Schritt dann im Vorsommer/Sommer die Fadenalgen neben den höheren Wasserpflanzen, weil dann entsprechend mehr Licht auf den Untergrund und die Wasserpflanzen fällt. Bei dieser Gesetzmäßigkeit besteht jedoch keine 100 %ige Koppelung des Auftretens der jeweiligen Algengruppe, sondern es bestehen viele gegenseitige Abhängigkeiten, insbesondere auch von jeweiligen meteorologischen Bedingungen (kaltes/warmes Frühjahr).

Eine weitere „Algenart“ sind die so genannten Blaualgen. Sie bilden schmierig blau-grüne oder bräunliche (zusammen mit Kieselalgen) Beläge auf Teichwänden, Bodengrund, Steinen und auch Pflanzen. Die Blaualgen sind keine richtigen Algen, sondern eigentlich Bakterien (Cyanobakterien), die aber Licht als Energiequelle nutzen und so ein Zwischending zwischen Tieren und Pflanzen bilden. Die Blaualgen treten auf, wenn eine hohe Wasserbelastung auftritt und z. B. organische Substanz (Laub) fault und abgebaut wird.

Andere Algenarten im Gartenteich wie beispielsweise Rotalgen spielen eine untergeordnete Rolle und meist fallen sie dem Gartenteichliebhaber überhaupt nicht auf.

Wichtig ist noch zu wissen, dass Algen enorme Mengen an Nährstoffen aufnehmen und in ihren Zellen speichern können. So können viele Algenarten Phosphat über das 100.000-fache der im Wasser messbaren Konzentration aufnehmen und speichern, manche Algenarten bis zum 3,8 millionenfachen der messbaren Konzentration. Dieses Nährstoffpolster nutzen die Algen in Nährstoffmangelsituationen für einen ungehinderten weiteren Wuchs. So ist es nicht verwunderlich, dass immer wieder Situationen im Gartenteich beobachtet werden, wo keine Nährstoffe im Wasser nachweisbar sind, aber dennoch die Algen kräftig wachsen.

Wie kann man Algen im Teich bekämpfen?

Natürlich gibt es von JBL Algenmittel, die auf unterschiedliche Algenarten genau zugeschnitten sind und die Algen erfolgreich bekämpfen. Aber: Dies wäre nur ein kurzfristiger Erfolg, denn die durch den Einsatz des Algenmittels absterbenden Algen setzen die in ihren Zellen gespeicherten Nährstoffe frei, die der nächsten Algengeneration als Nahrung dienen würden. Daher sollte für eine langfristige und zuverlässige Algenbekämpfung in 3 Schritten vorgegangen werden:

  1. Wasser stabilisieren, damit Algenmittel überhaupt wirken können.
  2. Algen gezielt bekämpfen.
  3. Nährstoffe binden, damit keine Algen mehr nachwachsen können.

Damit Sie eine genaue Anleitung erhalten, wie Sie die Algen wirkungsvoll bekämpfen können, werden einige Angaben Ihres Teichs benötigt. Werfen Sie einmal einen Blick in unser Teichlabor ! Dort können Sie das genaue Volumen Ihres Teiches errechnen und Schritt für Schritt den Algen an den Kragen gehen.