Das Märchen von der flüssigen CO2-Düngung – Die Wirkung

Im zweiten Teil der Beitragsserie „ Das Märchen von der flüssigen CO2-Düngung “ befassen wir uns mit der Wirkungsweise der glutaraldehydhaltigen Produkte in Bezug auf die Pflanzen.

Was bewirkt Glutaraldehyd in der Zelle und im Aquarium?

Glutaraldehyd ist ein Gift, welches Außen auf der Zellmembran stehende Proteine quervernetzt (fixiert) und hierdurch die Durchlässigkeit (Permeabilität) senkt. Die Permeabilität der Zellmembran ist für den Austausch von Stoffen mit der Umwelt als auch für die Kommunikation der Zellen untereinander sehr wichtig, vergleichbar mit dem Immunsystem / oder Nervensystem von Tieren. Wird dieser Stoffaustausch blockiert, wird die Pflanze „gelähmt“ und im Wachstum geschwächt. Dieses kann leichte bis schwere Ausprägungen annehmen und die Pflanze kann das Wachstum komplett einstellen, welches ein Absterben dieser bedeutet.

Bei geringen Konzentrationen kann die Pflanze, trotz dieser Schwächung noch wachsen. Bei einer Konzentration der Glutaraldehydlösung von 5 % bei einer Dosierung von 1 ml auf 50 l Wasser täglich, zeigen sich auch bei den Pflanzen deutliche Wachstumsschäden. Vergleichsaufbauten machen deutlich, dass die Pflanze sich deutlich schlechter entwickelt als jene, die mit CO2 als Gas unter gleichen Bedingungen versorgt wurden, wie folgende Grafik der Zunahme der Pflanzenbiomasse innerhalb von 4 Wochen in einem Versuchsaufbau zeigt:

Das optisch „schöne“ Erscheinungsbild der Pflanzen trügt.

Der Stoff wirkt als Algizid und tötet Algen ab. Daher wirken die Pflanzen sicherlich „sauberer“. Das Wachstum wird jedoch enorm verlangsamt und die Pflanzen unter Umständen „konserviert“. Einige Berichte von Pflanzenexperten zeigen, dass die Ausbildung von Blüten durch die Pflanze komplett eingestellt wurde nach Anwendung derartiger Produkte. Für den Aquarianer ist dieses am leichtesten nach einem Rückschnitt der Pflanzen wahrzunehmen. Die Zeitabstände zum Erreichen der Wasseroberfläche werden stetig größer und die Pflanze wirkt insgesamt nicht gesund. Um derartige Merkmale wahrzunehmen, sind Fotodokumentationen und Versuchsaufbauten mit mehreren Aquarien unter identischen Bedingungen mit dem veränderten Faktor „Glutaraldehyd“ und CO2 – Zufuhr als Gas notwendig.

Eine Übersicht aller Beitragsteile der Serie finden Sie hier: Das Märchen von der flüssigen CO2-Düngung

© 30.06.2016
Ralf Rombach
Ralf Rombach
Dr. rer. nat.
JBL GmbH & Co. KG

Forschung & Entwicklung, Wasserpflege, Biozide, Düngung, Aquaristik, Gartenteich

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