Fischkrankheiten behandeln, bevor sie entstehen

Wenn Ihre Fische einmal krank sind, ist es noch nicht zu spät. Trotzdem wollen wir diesen Zustand unseren Fischen ersparen.

Etwa 90 % aller Fischkrankheiten gehen auf eine Schwächung des Immunsystems zurück. Ursachen hierfür können sein:

Futter

An erster Stelle sollte darauf geachtet werden, dass das Futter den Ernährungsansprüchen der Fische genügt und auf diese abgestimmt ist. Wer was frisst, haben wir Ihnen unter Das richtige Futter für Ihre Fische zusammengefasst. Zusätzliche Abwechslung mit Naturfutter wie PlanktonPur kann das Wohlbefinden der Fische erheblich steigern. Jedes Futter sollte binnen 3 Monaten nach Anbruch aufgebraucht werden. Der Vitamingehalt ist dann zu gering, und die Abwehrkräfte der Fische können nicht mehr aufgebaut werden. Aber auch eine falsche Lagerung (feucht, warm oder in der Sonne) kann das Futter in der Qualität mindern. Daher raten wir, immer nur die Mengen zu kaufen, die Sie in 3 Monaten verfüttern können. Zusätzlich können Sie das Futter mit Vitaminen ( JBL Atvitol ) anreichern. Trotzdem sollte das Futter im genannten Zeitraum aufgebraucht werden. Denken Sie einfach an eine Dose mit Keksen, die 3 Monate „offen“ herumstand.

Wasserwerte

Jeder Fisch hat Ansprüche an die Wasserparameter. Hierzu sind die Temperatur, Gesamthärte und der pH-Wert zu beachten. Wer tiefer in die Materie einsteigt, wird zusätzlich den Leitwert, Strömungsverhältnisse, Beleuchtungsfaktoren und -rhythmen stärker beobachten. Sind diese Faktoren grundlegend unpassend für den Fisch, steht dieser stetig unter Stress. Das führt zur Schwächung des Immunsystems und lässt den Fisch erkranken. Weiteren Einfluss auf das Wohlbefinden hat zum Beispiel der Mineralienhaushalt des Wassers (KH und GH). Ist dieser zu gering, kann es zu Mangelerscheinungen und Erkrankungen wie der Lochkrankheit kommen. Die stetigen Belastungen mit, für den Fisch giftigen Stoffen, die nur in geringen Mengen vorhanden sind und somit nicht zum Tod führen, ist eine häufigste Ursache von erkrankten Fischen. Hierzu zählen Nitrit und Ammoniak, aber auch Kupfer, Chlor und Schwermetalle. Daher raten wir stets zum Einsatz von einem Wasseraufbereiter ( JBL Biotopol ) beim Wasserwechsel und auf die regelmäßige Kontrolle der wichtigsten Parameter ( JBL ProScan ). Besonders nach starken Reinigungen ist Nitrit und ein häufiges Problem. Um Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat nicht aus dem Gleichgewicht zu bringen, sollten Sie alle 7-10 Tage 30 % Wasser wechseln.

Besatz und Einrichtung

Ein harmonischer Besatz sorgt für das Wohlbefinden der Fische. Bei häufigen Revierstreitigkeiten oder körperlichen Attacken geraten die Tiere nicht nur unter Stress, sondern tragen häufig schwerwiegende Verletzungen davon. Diese Wunden können oftmals nicht mehr richtig heilen, da das Immunsystem durch den zusätzlichen Stress stetig geschwächt wird. Achten Sie deshalb immer darauf, dass die Fische ein ausreichend großes Aquarium haben und die Arten miteinander harmonieren. Besonders die Einrichtung und Strukturierung spielen eine wichtige Rolle. Bildet eine Art Reviere aus oder bevorzugt sie Höhlen, müssen diese in ausreichender Anzahl angeboten werden. Aber auch Rückzugsmöglichkeiten durch Steinaufbauten oder eine starke Bepflanzung helfen, das Miteinander der Fische zu unterstützen.

Neue Fische

Beim Hinzufügen neuer Fische in ein existierendes Aquarium gibt es nur selten Probleme. Häufig hat sich die vorherige Quarantäne als Vorsichtsmaßnahme als sehr positiv erwiesen. Leider treten manchmal dennoch Probleme auf, obwohl beim Zoofachhändler die Fische gesund waren. Durch den Stress beim Transport kann jederzeit eine Krankheit beim neu hinzugesetzten Fisch auftreten. Manchmal ist es sogar anders herum. Die neuen Tiere erkranken nicht und der vorhandene Besatz wird krank. Das ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die neuen Fische unbekannte Parasiten oder pathogenen Bakterien mitbringen, die dem Immunsystem der vorhandenen Fische unbekannt sind. Ohne, dass eine Erkrankung vorliegt, müssen die vorhandenen Fische sehr schnell eine neue „Abwehrtechnik“ für diese Unbekannten entwickeln. Schaffen Sie es nicht rechtzeitig, durch eine der zuvor genannten Faktoren, können sie sich nicht wehren und erkranken. Ein gesunder Fisch wird schnell, auch ohne Erkrankung, mit den neuen Unbekannten fertig.

Sind Ihre Fische trotz aller Vorsichtsmaßnahmen erkrankt, gilt es im ersten Schritt die Krankheitssymptome zu ermitteln. Mit diesen kann eine erste Diagnostik vorgenommen werden. Hierzu haben wir Ihnen das Online Hospital mit über 500 Bildern und einen Ratgeber zur Verfügung gestellt. Hierrüber erhalten Sie erste wichtige Informationen zur Krankheit und möglichen Lösungen. Sollte die Diagnose weiterhin unklar sein, sollten Sie unbedingt einen Tierarzt aufsuchen oder von einem Fachmann mit dem Mikroskop Abstriche untersuchen lassen. Nur so sind eine gesicherte Diagnose und daraus resultierende erfolgreiche Bekämpfung der Krankheit möglich.

Aber Achtung: Erste Anzeichen einer Krankheit erfordern ein sofortiges Handeln. Wird gewartet, kann aus einem einzigen „Pünktchen“ eine Massenvermehrung und somit die Ansteckung aller Fische geschehen. Der Infektionsdruck steigt binnen kurzer Zeit. Auch, wenn wir es häufig lesen, ist die prophylaktische Anwendung von Heilmitteln unbedingt zu unterlassen. Hierdurch werden Resistenzen geschaffen und der Fisch dauerhaft den Wirkstoffen ausgesetzt.

Bedenken Sie, dass der Einsatz von Heilmitteln zwar die Erreger bekämpft, aber nur in seltenen Fällen die Ursache abstellt, wie oben erklärt. Daher ist es in jedem Fall wichtig die Ursache zu finden, um einen Rückfall zu vermeiden. Schließlich geht es immer um das Wohl der Fische.

© 21.09.2015
Matthias Wiesensee
Matthias Wiesensee
M.Sc. Wirtschaftsinformatik
JBL GmbH & Co. KG

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