Warum die Pflanzen mit CO2 doch besser wachsen

Sie erinnern sich vielleicht an unseren Beitrag Wieso ist Kohlendioxid (CO2) der wichtigste Pflanzennährstoff im Aquarium? , der der Beitragsserie Das Märchen von der flüssigen CO2-Düngung vorangegangen war?

Im Rahmen unserer Versuche konnten wir einige Messdaten erheben, die wir Ihnen nicht vorenthalten wollen.

Die Diskussion, ob Aquarien auch ohne CO2 funktionieren, ist so alt wie die moderne Aquaristik selbst. Eines steht fest, Wasserpflanzen benötigen Kohlenstoff für ihr Wachstum. Natürlich funktionieren Aquarien auch ohne CO2, allerdings sehen die Pflanzen im Vergleich deutlich schwächer und farbloser aus und wachsen nicht so kräftig. Viele Pflanzenarten lassen sich überhaupt nicht kultivieren. Folglich ist die Auswahl der Pflanzen eingeschränkt. Ein Vordergrundrasen oder ein roter Blickfang im Aquarium sind ohne CO2 kaum denkbar.

Am einfachsten lässt sich ein Vergleich anhand der Biomasse ziehen. Hierzu bauten wir drei Aquarien auf und ermittelten das Startgewicht der Pflanzen, die in jedem Aquarium identisch war (Arten/Gewicht).

Aquarium 1: Blindprobe ohne CO2 Versorgung, Beleuchtung mittels 48 W ( 2 x 24 W JBL SOLAR TROPIC ULTRA 24-39 W Leuchtstoffröhren) auf Aquarien mit 63 l Bruttoinhalt.

Aquarium 2: Mit einer Bio CO2 Anlage, Beleuchtung mittels 48 W (2 x 24 W JBL SOLAR TROPIC ULTRA 24-39 W Leuchtstoffröhren) auf Aquarien mit 63 l Bruttoinhalt.

Aquarium 3: mit einer Druckgas- CO2-Pflanzenpflege - Anlage, Beleuchtung mittels 48 W (2 x 24 W JBL SOLAR TROPIC ULTRA 24-39 W Leuchtstoffröhren) auf Aquarien mit 63 l Bruttoinhalt.

Das Startgewicht der Versuchspflanzen betrug 300 g Tropfgewicht (also feucht ohne noch ablaufendes Wasser). Nach 4 Wochen wurden die Aquarien geleert, die Pflanzen (inkl. der Wurzel) von anhaftendem Bodenmaterial vorsichtig gelöst und zudem die Algen von der Pflanzenmasse, soweit dies möglich war. Ebenso wie beim Start wurde dann das Tropfgewicht bestimmt. Gedüngt wurden die Aquarien mit JBL Ferropol zur gesicherten Spurenelementversorgung.

Blindprobe ohne CO2 Versorgung JBL BioCO2 JBL Druckgasanlage
Startgewicht Pflanzen [g] 300 300 300
Endgewicht Biomasse gesamt [g] 320 440 840
Endgewicht Algen [g] 76 0 7,1
Endgewicht Pflanzen [g] 244 440 832,9

Der Blindversuch (durchschnittlicher CO2 Gehalt im Wasser 6-8 mg/l CO2) hatte nur einen geringen Zuwachs an Biomasse von insgesamt 20 g. Die eigentliche Pflanzenbiomasse ging um 19 % (56 g) zurück, während die Algenbiomasse auf 76 g zunahm. Auch wenn dieses Ergebnis nicht auf alle Aquarien (insbesondere mit schwächerer Beleuchtung) verallgemeinert übertragen werden darf, zeigt sich hier deutlich, dass es zu einer Verlagerung der pflanzlichen Biomasse kam (Abnahme der höheren Pflanzen, deutliche Zunahme der Algen). Die Blattabstände der Stängelpflanzen, die Blattfarbe und die Struktur der Stängel waren stark different von den Pflanzen in einem CO2-versorgten Aquarium – eher schwach und matt. Wenn ein Pflanzenaquarium ohne CO2 funktionieren soll, bleiben Ihnen nur sehr einfache Pflanzen, die einem geringen Wachstum unterliegen, und die Gefahr der Algenbildung ist groß.

Das Aquarium mit Bio-Co2 Versorgung erreichte einen durchschnittlichen CO2 Gehalt über den Versuchszeitraum von 20-24 mg/l CO2. Hier sieht man eine klare Zunahme der Pflanzenbiomasse von 300 g um 46 % auf 440 g (entsprechend 140 g Zunahme) und keinen sichtbaren Zuwachs von Algen.

Beim Aquarium, dessen CO2 Versorgung mittels einer Druckgasanlage (gesteuert über den JBL ProFlora pH-Control Touch ) auf etwa 38-40 mg/l CO2 eingestellt war, war bei den höheren Wasserpflanzen mehr als eine Verdoppelung der Biomasse um 177 % festzustellen (ca. 533 g). In diesem Aquarium konnte nur die geringe Menge von 7,1 g Algen am Ende des Versuchs entnommen werden, welche aber aufgrund der starken Zunahme der Pflanzenbiomassen weder statistisch noch optisch ins Gewicht fällt.

Zugegeben, das dritte Aquarium mit der Druckgasanlage wurde seitens des CO2 Gehaltes schon recht hoch betrieben, da die durchschnittlichen Empfehlungen zwischen 20 und 25 mg/l CO2 (etwas erweitert zwischen 15 und 35 mg/l) liegen. Daher werden in der realen Praxis, wie beim Auto-pH-Modus beim JBL ProFlora pH-Control Touch angesteuert, CO2 Gehalte von 20-25 mg/l eingestellt, was ausreichend ist, um bei durchschnittlicher Beleuchtungsintensität einen sehr guten Pflanzenwuchs zu erreichen.

Anhand der Ergebnisse sehen Sie, dass die Unterschiede markant sind. Auch das Aquarium ohne CO2 hat sich verändert – allerdings mit deutlich mehr Algenmasse und einem sehr geringen Pflanzenwachstum. Die Blattabstände der Stängelpflanzen, die Blattfarbe und die Struktur der Stängel waren stark different von den Pflanzen in einem CO2-versorgten Aquarium – eher schwach und matt. Wenn ein Pflanzenaquarium ohne CO2 funktionieren soll, bleiben Ihnen nur sehr einfache Pflanzen, die einem geringen Wachstum unterliegen, und die Gefahr der Algenbildung ist groß.

© 31.08.2016
Matthias Wiesensee
Matthias Wiesensee
M.Sc. Wirtschaftsinformatik
JBL GmbH & Co. KG

Social Media, Online Marketing, Homepage, Kundenservice, Problemlöser, Fotografie, Blogger, Tauchen, Inlineskating, Aquaristik, Gartenteich, Reisen, Technik, Elektronische Musik

Kommentare