Ungenaue Wassertests – oder habe ich doch etwas falsch gemacht?

In der Szene hören wir immer wieder von „genauen“ und „ungenauen“ Tests. Hierbei meinen wir jedoch meistens nur eine gröbere oder feinere Skalierung der Ausgabewerte. Ist ein Test ungenau, liegen meist Anwendungsfehler bei der Dosierung der Reagenzien und Wassermengen oder der Durchführung vor. Auch ungewollte Ableseungenauigkeiten sind häufige Fehler, die zu dieser Aussage führen.

Sofern ein Wassertest sein Mindesthaltbarkeitsdatum noch nicht überschritten hat und die Anwendung entsprechend den Hinweisen der Gebrauchsanleitung durchgeführt wurde, zeigt der Test genau an. Aber Achtung: Nach dem Öffnen eines Wassertests, beginnt dieser zu altern. Deshalb sollten Tests nur 9 – 12 Monate nach dem ersten Öffnen verwendet werden. Nach Ablauf des Zeitraums kann es zu Abweichungen in der Messgenauigkeit kommen. Das Mindesthaltbarkeitsdatum gilt deshalb nur für das verschlossene Produkt.

Oft sind es nur Kleinigkeiten, die große Auswirkungen haben. Bei Problemen steht Ihnen der Customer Service gerne helfend zur Seite. Nachfolgend haben wir Ihnen für die Wassertestarten „Tropfentest“ und „Teststreifen“ die häufigsten Anwendungsfehler aufgelistet und kurz umschrieben. Vermeiden Sie diese Punkte, ist die nächste Messung noch genauer.

Typische Fehler bei der Anwendung von Tropfentests

  • Verunreinigte Glasküvetten: Rückstände von der letzten Messung oder Leitungswasserrückstände können die Messung stark beeinträchtigen. Deshalb sollten die Glasküvetten nach jedem Wassertest gründlich gereinigt und abgetrocknet werden. Spülen Sie vor jedem Test das Glas mit dem zu testenden Wasser.
  • Unvollständige Tropfen der Reagenz: Beim Tropfen ist es Ihnen sicherlich schon einmal passiert, dass dieser mit einer Luftblase gefüllt war. Halten Sie die Reagenzflasche senkrecht über die Glasküvette und drücken vorsichtig auf die Reagenzflasche. Somit vermeiden Sie Lufteinschlüsse, die die Menge der Reagenz für die Testreaktion vermindern und somit das Ergebnis verfälschen. In der Praxis verwerfen viele Tester den ersten Tropfen, da dieser häufig mit Luft gefüllt ist.
  • Welche Seite des Löffels? Gehäuft oder gestrichen? Einige Wassertests erfordern die Zugabe eines Pulvers. Hierbei ist immer der gestrichene, NICHT gehäufte Löffel gemeint. Einige Tests verwenden die kleine Seite des Löffels, die erst beim zweiten Blick auffällt. Wird durch eine der beiden Ursachen zu viel Pulver der Reaktion beigefügt, ist das Ergebnis verfälscht.
  • Ablesefehler ohne Komperatorblock: Das Umgebungslicht hat großen Einfluss auf die Ablesegenauigkeit der Testergebnisse. Um seitlich einfallendes Licht zu reduzieren und die Ergebnisse so genau wie möglich abzulesen, muss der beiliegende Komperatorblock verwendet werden. Die Blindprobe gleicht dabei die Färbung des Wassers aus, die Sie beim Ablesen täuschen kann. Achten Sie auf ausreichend Tageslicht und vermeiden starke künstliche Beleuchtungen. Vergleichen Sie das Messergebnis eines Tests ohne Komperatorblock in einem dunklen Raum und unter freiem Himmel, Sie werden erstaunt sein.
  • Haltbarkeit des Tests: Ist ein Test über seinem Mindesthaltbarkeitsdatum oder länger als 9 – 12 Monate geöffnet, kann dieser abweichende Messergebnisse liefern. Erhalten Sie Farben, die nicht auf der Farbkarte zu finden sind, ist dies die häufigste Ursache. Das Mindesthaltbarkeitsdatum finden Sie auf der Rückseite jedes Testkoffers und auf den Umkartons der Einzeltests. Notieren Sie sich zusätzlich das Datum der ersten Öffnung. Trifft keiner der Faktoren zu, wurde vermutlich eine der vorgesehenen Reagenzien falsch dosiert oder vertauscht.
  • Wartezeiten: Fast jeder Wassertest hat Wartezeiten bis zum Ablesen des Endergebnis vorgesehen. Aber auch zwischen der Zugabe einzelner Reagenzien sind bei einigen Tests Wartezeiten notwendig. Werden diese nicht eingehalten, stimmen die Messwerte nicht mehr.
  • Wassermengen beachten: Verwenden Sie zum Dosieren der korrekten Wassermenge stets die beiliegende Spritze. Das Dosieren mittels Augenmaß ist in den Gefäßen zu ungenau, da durch die runde Form der Gläser die Oberflächenspannung das Wasser optisch biegt und unser Auge täuscht.
  • Farbschwäche: Besonders Männer trifft das Thema, ohne dass sie es wissen. Die Farbschwäche und auch Rotgrünschwäche ist unterschiedlich ausgeprägt und macht das Ablesen einiger Tests schwierig. Unentdeckt wird deshalb die Interpretation der Ergebnisse beeinflusst. Sind Sie sich unsicher, ziehen Sie eine zweite Person zur Kontrolle hinzu.

Typische Fehler bei der Anwendung von Teststreifen

  • Überschüssiges Wasser entfernen: Nach dem Eintauchen in das Wasser, befindet sich sehr viel überschüssiges Wasser auf den einzelnen Testfeldern – teilweise sogar kleine Wasserkuppeln. Um das Wasser zu entfernen, sollte der Teststreifen auf einer flüssigkeitssaugenden Unterlage seitlich abgeklopft werden. Bitte schütteln Sie den Streifen NICHT in der Luft, da hierdurch die Messfelder miteinander reagieren und das Wasser nicht ausreichend entfernt wird. Dies ist die häufigste Ursache für Messfehler und Ableseprobleme. Reagieren zwei Felder miteinander, sind diese nicht gleichmäßig ausgefärbt.
  • Das Alter der Testreifen: Die Teststreifen reagieren über den Kontakt mit Wasser. Je häufiger die Verpackung geöffnet wurde, desto mehr Feuchtigkeit dringt in das Röhrchen ein. Wird nach einer Messung das Röhrchen nicht verschlossen, können die Teststreifen über die Luftfeuchtigkeit reagieren und liefern keine korrekten Messwerte mehr.
  • Licht und Reflexionen: Zum Ablesen wird ausreichend Tageslicht benötigt. Überschüssiges Wasser auf dem Teststreifen oder eine direkte Bestrahlung mit einer Lampe auf reflektierendem Untergrund können für Reflexionen und Verfälschungen der Farbwahrnehmung durch die Beleuchtung führen. Nutzen Sie deshalb ein Blatt Küchenrolle als matte, nicht reflektierende Unterlage und nehmen das Ablesen bei hellem tageslichtähnlichem Licht vor.
  • Wartezeit beachten: Um die korrekten Messwerte zu erhalten, muss eine Wartezeit von 60 Sekunden eingehalten werden. Da die Teststreifen kontinuierlich weiterreagieren, ist das Ablesen der Messwerte nach exakt der vorgeschriebenen Zeit der wichtigste Faktor für eine korrekte Messung.
  • Farbschwäche: Besonders Männer trifft das Thema, ohne dass sie es wissen. Die Farbschwäche und auch Rotgrünschwäche ist unterschiedlich ausgeprägt und macht das Ablesen einiger Tests schwierig. Unentdeckt wird deshalb die Interpretation der Ergebnisse beeinflusst. Sind Sie sich unsicher, ziehen Sie eine zweite Person zur Kontrolle hinzu.

Vergleichen der Werte zwischen verschiedenen Wassertests

Jeder Test hat eine fest hinterlegte Skalierung, die das Zuordnen der Messwerte ermöglicht. Die Schritte bei einem Tropfentest sind hierfür beispielsweise anders als beim JBL ProScan oder JBL EasyTest 6in1 . Sie besitzen nicht zwangsläufig die gleiche Skalierung, sodass nicht deckungsgleiche Messpunkte gegenüber den anderen Tests zu verschieden Messergebnissen führen. Achten Sie deshalb darauf, dass die Messergebnisse ähnlich, aber nicht komplett identisch sein müssen. Weichen die Werte stark voneinander ab, trifft vermutlich einer der oben angeführten Punkte zu und ist ursächlich für eine Fehlmessung.

© 22.10.2016
Matthias Wiesensee
Matthias Wiesensee
M.Sc. Wirtschaftsinformatik
JBL GmbH & Co. KG

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