Schlammiges Wasser – eine Herausforderung für Wassertest-Profis

Während unserer Venezuela-Expedition ( Expedition 2016 Venezuela ) untersuchten wir viele Flüsse und Bäche mit der dazugehörigen Fischvielfalt. Aber es waren eben nur Fließgewässer und wir wussten natürlich, dass stehende Gewässer eine ganz andere Fischfauna aufweisen!

Die Indios führten uns auf die Frage nach Seen oder Teichen zu einem kleinen Tümpel auf einem Gelände, das auch als Kuhweide diente. Sehr skeptisch zogen wir ein Fangnetz durch die „Kuhtränke“ und waren vollkommen überrascht, wie viele Fische darin lebten!!! Kiemenschlitzaale, Messerfische, Welse und Vielstachler gingen ins Netz. Nun wollten wir auch wissen, welche Wasserwerte der Tümpel aufwies. Die Wassertemperatur lag bei angenehmen 35,1 °C. Da bei den Wassertests das Probenwasser mit Reagenzien versetzt wird und die resultierende Farbe bei Aufsicht mit einer Farbskala verglichen wird, stießen wir hier an eine Grenze. Das Wasser war so trübe und eher schlammig, dass die herkömmlichen Wassertests nicht mehr funktionierten.

Aber wir hatten auch noch unser JBL ProScan dabei. Hier wird ein spezieller Teststreifen in das zu testende Wasser getaucht und waagerecht abgeschüttelt. So bleibt ein mit Wasser benetztes Farbpad zurück, das dann mit dem Smartphone und der Farbkarte ausgemessen werden kann. Und das hat funktioniert! Die fischreiche Kuhtränke besaß eine KH von 8 °dKH, eine GH < 3°dGH, einen pH von 7,2 und einem errechneten CO2 Gehalt von 15 mg/l. Und noch ein Vorteil: Das Smartphone hat jeder immer dabei, die JBL ProScan Farbkarte nimmt keinen Platz weg und ein paar Teststreifen sind auch immer unterzubekommen. So kann man wirklich immer und überall einen Wassertest in 60 Sekunden durchführen. Nun haben wir keine Ausreden mehr, warum wir irgendwo nicht gemessen haben!

© 10.03.2018
Heiko Blessin
Heiko Blessin
Dipl.-Biologe

Tauchen, Fotografie, Aquaristik, Haie, Motorrad

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