Biotopaquaristik Teil 3: Südostasien, Vietnam: Tram Chim Melaleuca forests, Dong Thap Provinz

© BADC - Vietnam. Tran Hoang Nghia

Im letzten Teil ( Biotopaquaristik Teil 2: Mexiko, oberer Candelaria River in der Nähe der Sandbank ) haben wir uns mit dem zweiten Platz der Biotopaquaristik-Weltmeisterschaft beschäftigt, der einen Lebensraum in Mexiko in der Nähe der Sandbank am oberen Candelaria River nachgebildet hat, wo Buntbarschpärchen mit Jungfischen herumschwimmen.

Auf den ersten Blick wirkt das Aquarium sehr düster. Mit etwas mehr fotografischen Kenntnissen oder mit Hilfe von Photoshop könnte es heller und freundlicher wirken. Aber die Nebenflüsse des Mekong in der Nähe von Ho Chi Minh City (früher Saigon) könnten wirklich so aussehen. Ich war dort bisher nicht unter Wasser unterwegs, da die Flüsse weiter nördlich im der Region um Nha Trang, die wir im Rahmen unserer JBL Expedition 2013 ( Workshop Vietnam ) besuchten, kristallklares Wasser führen und nicht immer nur von Reisfeldern umgeben sind.

Aber wie beim Aquarium aus Südamerika, das den ersten Platz in der Weltmeisterschaft BADC ( Biotopaquaristik Teil 1: Südamerika, ein Nebenfluss des Rio Negro nahe Barcelos ) belegte, ist auch dieses Aquarium unglaublich naturnah aufgebaut: Viel Laub am Boden, halb verottetes Holz als Wurzeln, die den Eindruck vermitteln, dass sie in das Aquarium ragen und ein paar Nymphea-Pflanzen am Rand. Das verwendete Holz stammt von Melaleuca-Bäumen, die aber laut Google in Vietnam nicht vorkommen. Da der Gestalter des Aquariums aus Vietnam stammt, ist es sehr wahrscheinlich, dass er auch Holz aus der Region verwendet hat und sich keine Melaleuca-Hölzer aus Neuseeland hat einfliegen lassen.

Wenn Sie Aquarienpflanzen nur an einer Stelle ins Aquarium pflanzen, wie es Tran Hoang Nghia links in seinem Aquarium mit den Lotuspflanzen gemacht hat, ist es unsinnig, einen Pflanzennährboden im gesamten Aquarium zu verteilen. Mit Hilfe von Düngekugeln ( JBL Die 7 Kugeln ) und monatlicher Düngung mit Mineraltabletten ( JBL Ferropol Root ) werden die Pflanzenwurzeln gezielt gedüngt, ohne dem Wasser zu viele Nährstoffe zuzuführen, was oft eine Algenproblematik nach sich ziehen würde.

Das Aquarium ist sehr authentisch mit Fischen besetzt. Alle eingesetzten Arten kommen in der Region vor. Wenn in einem Aquarium so wenig lebende Pflanzen vorhanden sind, muss man bei der Fütterung vorsichtig sein. Zuviel Futter kann dann leicht zur Algenbildung führen, da kaum Pflanzen vorhanden sind, die überschüssige Nährstoffe wie Nitrat und Phosphat verbrauchen. Dennoch werden Sie, auch durch das viele „rottende“ Holz mit höheren Phosphat- und Nitratmengen zu kämpfen haben. Durch den Einsatz von phosphat- und nitratentfernendem Filtermaterial ( JBL BioNitratEx und JBL PhosEx ultra ) können Sie aber einfach gegensteuern.

Das Aquarium ist zwar kein heller und bunter Blickfang, aber eine echte Kopie der Natur und auf den zweiten Blick ein echter Hingucker. Es hat zu Recht die Bronzemedaille der Weltmeisterschaft gewonnen!

© 25.09.2018
Heiko Blessin
Heiko Blessin
Dipl.-Biologe

Tauchen, Fotografie, Aquaristik, Haie, Motorrad

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