4. Internationale L-Wels-Tage: Hannover 2015 - Part 1

Am letzten Oktoberwochenende trafen sich 165 Wels-Verrückte aus der ganzen Welt für drei Tage zu den 4. Internationalen L-Wels-Tagen im H4 Hotel Hannover Messe. Die Organisatoren des IG BSSW und Andreas Tanke hatten die Veranstaltung bis ins letzte Detail geplant und organisiert. Von Hobbyisten für Hobbyisten.

Als Hauptsponsor der Veranstaltung konnten wir es uns natürlich nicht nehmen lassen vor Ort zu sein. Nach einem gemeinsamen Abendessen, begrüßten die Organisatoren alle Teilnehmer. Die Einleitung nahmen Ingo Seidel und Andreas Take persönlich vor. Auch der neue Leiter der IG BSSW, Daniel Konn-Vetterlein, begrüßte die Teilnehmer und wünschte allen eine schöne Veranstaltung. Während der drei Tage wurden alle Vorträge simultan in Deutsch und Englisch präsentiert, sodass jeder Teilnehmer die Fachvorträge verfolgen konnte. Besonders Diskussionen zwischen mehreren Personen in unterschiedlichen Sprachen wurden zur Herausforderung, welche die Übersetzer (Ingo Seidel, Hans-Georg Evers, Daniel Konn-Vetterlein und Stephan Tanner) mit Witz und Fachlichkeit meisterten. Jederzeit stand das Fachwissen gepaart mit viel Spaß im Vordergrund – also nicht nur für absolute Freaks interessant. Den nächsten Termin sollten Sie für 2017 schon mal im Kalender markieren.

Vor dem Start der Keynote machten alle Referenten und das Veranstaltungsteam ein gemeinsames Gruppenfoto. Eine große Familie mit der gleichen Leidenschaft: Welse!

Die Keynote wurde von Leandro Sousa aus Brasilien gehalten mit dem Thema: „Der Rio Xingu in der Zeit des Staudammbaus: Beobachtete und zukünftige Veränderungen“ Er ist Professor an der Universität in Altamira, direkt neben dem Staudammbau. Seine Aufgabe ist die Dokumentation und Erforschung der Veränderung der Natur durch den Staudamm. Der Rio Xingu wird von einem Großbauprojekt überschattet. Die Staudämme Belo Monte und Pimental bedrohen die Heimat vieler Zierfische, darunter besonders Welse. Der Hyancistrus zebra, auch bekannt als L 046 wird in naher Zukunft nur noch in Aquarien, nicht mehr in der Natur zu Hause sein, wenn die Befürchtungen wahr werden. Auch dem L 174 könnte es ähnlich ergehen, ebenso dem L 082 und einigen endemisch vorkommenden Killifischen der Arapuja-Insel. Sie können es sich leicht vorstellen. Der Wasserstand und die Geschwindigkeit der Strömung der Flusssysteme variieren im Jahresverlauf sehr stark. Durch die Staudämme wird das Wasser zurückgehalten und einige Flussarme fallen fast trocken. Die Wasserstände variieren nicht mehr im natürlichen Jahresverlauf. Durch ein Zugeständnis der Betreiber wird auf das Thema Jahreszeiten eingegangen, doch ist der Hochpegel deutlich unter dem niedrigsten Hoch (zur Regenzeit) aller Jahresaufzeichnungen. Da den Betreibern das Ausmaß klar ist, werden Projekte zur Arterhaltung gefördert. So wurde über Leandro ein Zuchtprojekt auf dem Campus der UFPA imitiert, das die bedrohten Arten zu vermehren als Ziel hat.

Die Frage, die sich allen stellt: Werden sich die Fische anpassen können? Wie ergeht es der Fauna ringsum die Flussarme und was kann unternommen werden, um die bedrohten Arten zu schützen? Eine Antwort hat zu diesem Zeitpunkt noch keiner. Weder die Wissenschaftlicher, noch die Betreiber der Staudämme.

Am Abend saßen alle Wels-Verrückten gemütlich zusammen und tauschten sich über ihre Zuchten aus. Natürlich wurde noch stark über die Keynote von Leandro diskutiert. Die Zerstörung der natürlichen Lebensräume für menschliche Zwecke ist nach wie vor weltweit präsent.

© 06.11.2015
Matthias Wiesensee
Matthias Wiesensee
M.Sc. Wirtschaftsinformatik
JBL GmbH & Co. KG

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