Expedition 2006 - Südafrika und Malawisee

JBL Expedition 2006 - Südafrika und Malawisee

Kap der Guten Hoffnung

Expedition 2006 - Kap der Guten Hoffnung

Das Team wollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen, die Fauna im Bereich des Kaps der Guten Hoffnung an der Südspitze Afrikas, wo sich Atlantischer und Indischer Ozean treffen zu beobachten. Nur eine halbe Bootsstunde nördlich des Kaps belud das Team die Boote mit allen Ausrüstungsgegenständen und dem kompletten Tauchequipment. Als erstes standen Untersuchungen im südafrikanischen Kelp an. Diese Algen gehören zu den größten der Welt. Eine verwandte Art im kalten Wasser vor der kalifornischen Küste kann bis zu 30 m lang werden und wächst bis zu 1,5 m pro Tag!

Die starken Strömungen im Kapbereich führen zu etwas kürzeren Wuchsformen mit noch stärkeren "Wurzeln" zur Verankerung am Boden. Die Wassertemperatur betrug hier 11° C und ließ dadurch nur noch etwa 40-minütige Tauchgänge zu. Nicht weit vom Ufer entfernt ruhte eine Kolonie Seelöwen auf einem großen Felsen. Die Schnorchler des Teams hatten alle Mühe gegen die heftigen Strömungen um die Felsen herum anzuschwimmen. Die Taucher hatten erst in acht Meter Tiefe ruhigeres Wasser. Sofort als die Seelöwen die Taucher und Schnorchler entdeckt hatten, kamen sie neugierig näher und schwammen verspielt um sie herum. Oft verharren sie sekundenlang kopfüber ausgestreckt im Wasser und reißen ihr stark bezahntes Maul auf. Es ist nicht klar, ob es sich dabei um eine Drohgebärde handelt. Man sollte den Tieren auf jeden Fall nicht mit den bloßen Händen vor dem Maul herumfuchteln. Dann könnte zugebissen werden!

Als die Taucher den Boden erreichten gab es große Augen: Der Bewuchs der Felsen mit Wirbellosen war atemberaubend! Nicht ein Zentimeter Felsen haben die Seeigel, Anemonen, Seegurken und Haarsterne freigelassen! Der Planktonreichtum ist so gewaltig, dass nicht das Nahrungsangebot, sondern der Siedlungsplatz den limitierenden Faktor darstellt.

Nach einer Pause ging es für das Team zum Kap der Guten Hoffnung. Auf dem Weg zum Kap wurde ein ruhender Glattwal entdeckt. So sprangen einige Teammitglieder in das Wasser und schnorchelten zum 15 m langen Meeressäuger. An der Augenbewegung war zu erkennen, dass der Wal die Schnorchler sehr wohl erfasst hat. Als einer der Schnorchler jedoch seine Schwanzflosse (Fluke) berührt, kommt Bewegung in den Riesen. Die mehrere Meter breite Schwanzflosse gibt Gas und erzeugt für die Schnorchler heftige Turbulenzen wie in einer Waschmaschine.