JBL Expedition 2012 Mittelamerika und Galapagos

Costa Rica, erster Aufenthalt

Costa Rica gilt unter Naturfreunden als sicheres Reiseland mit einer hohen Tierdichte. Auf Grund unserer Interessen wählten wir Regionen mit Klarwasserflüssen und Regenwaldregionen aus, in denen ein besonders hoher Bestand an Reptilien und Amphibien leben sollte.

Die Dschungelnacht

Nach unserem kurzen Flug von Mexiko nach San Jose, der Hauptstadt von Costa Rica, ging es per Bus Richtung Nordosten. Abends erreichten wir unser Camp. Wir hatten statt Hotel ein einfaches Dach im Dschungel gewählt, um der Natur noch näher zu sein. Nachdem jeder sein Moskitonetz aufgebaut hatte, gab es ein schnelles Abendessen. Jeder brannte darauf, auf eigene Faust in den umliegenden Regenwald zu gehen, um nach Tieren zu suchen.

Mit Taschenlampen bewaffnet ging es los. Käfer, sich häutende Grashüpfer, Nachtfalter und Spinnen waren einfach zu entdecken. Nach einer Stunde gab es dann endlich einen Grund zum Jubeln: Das erste Erdbeerfröschchen war gefunden worden. 16 Teilnehmer versuchten das kleine, nur 3 cm lange, hüpfende Tier mitten im Dickicht am Boden zu fotografieren. Das Bild der 16 Fotografen war mindestens so spannend, wie der Frosch selbst. Interessant war, dass der Frosch trotz seiner auffälligen Farbe auf dem Dschungelboden, zwischen den rötlichen Blättern des Laubes, gar nicht so leicht zu sehen war, wie man bei Bildern des Tieres in der Literatur meint. Auch eine nachtaktive Schlanknatter (Leptophis) haben wir in zwei Metern Höhe in einem Baum entdeckt. Auch sie ließ sich geduldig fotografieren. Erst als jemand den Ast versehentlich berührte, auf dem sie saß, schlängelte sie sich schnell in höhere Gefilde außer Sichtweite. Weit nach Mitternacht begab sich jeder unter sein Moskitonetz, wobei sich die Anzahl der Moskitos eigentlich in Grenzen hielt.

Für Frühaufsteher

Schon um 5:00 Uhr war die kurze Nacht wieder vorüber. Zu Fuß ging es auf eine „Early morning bird watching tour“. Wenn ich mich richtig erinnere, haben wir auf dieser Tour KEINEN einzigen Vogel gesehen! Aber egal: Das Herumlaufen im morgendlichen Regenwald ist immer ein intensives Naturerlebnis, das keiner missen möchte. Nach dem Frühstück ging es erneut in die Umgebung des Camps. Weitere Erdbeerfrösche wurden aufgestöbert und viele weitere Froscharten gefunden. Am schönsten war ein Glasfrosch, der mutig auf den Fotoapparat von unserem Expeditionsarzt Ludwig hüpfte.

Unser Team teilte sich dann in zwei Gruppen: Eine Gruppe wanderte im Regenwald zu einem Wasserfall. Die andere Gruppe blieb unterhalb des Camps am Fluss, um dort zu schnorcheln und Fische zu beobachten. Um 9:00 Uhr morgens betrug die Lufttemperatur bereits 27 °C bei 77 % relativer Luftfeuchtigkeit. Im klaren Wasser des Flusses konnten wir Buntbarsche bei der Brutpflege und viele Lebendgebärende sehen. Die Wassertemperatur fühlte sich an wie in der Arktis, denn sie betrug nur 21,4 °C. Das Wasser des Baches war sehr weich und enthielt weder GH noch KH. Die Leitfähigkeit betrug 35 µS/cm bei einem pH-Wert von 7,68.

Zum Fortuna-Wasserfall

Nach einer Nacht in der Catarata Lodge am Fuß des Vulkans Arenal, der jedoch seit letztem Jahr inaktiv war, untersuchten wir einen kleinen Bachlauf unterhalb der Lodge, bevor wir einige hundert Stufen zum Fortuna Wasserfall hinabstiegen. Wie bei unserem Team so üblich, stürzte sich Jens mutig wieder als erster in die kalten Fluten des Flusses, der aus dem Wasserfall weiter floss. Als Jens unbekannte Fische meldete, war auch Heiko im Wasser. Ganz besonders interessant war eine große Grundelart, die den sandigen Boden nach Fressbarem durchkaute. Sebastian und Heiko checkten die Wasserwerte: 22 °C, 100 µS/cm, GH 2, KH 3, pH 7,99, Fe 0 mg/l. Demotivierend war für einige noch eine Pulsmessung unseres Doc beim Treppensteigen. Pulswerte zwischen 120 und 170 waren der Durchschnitt. Nur JBL Geschäftsführer Roland Böhme ließen unseren Arzt kurz an seiner Messfertigkeit zweifeln: 69er Puls! Welche Fittness-Übungen macht er bloß den ganzen Tag in seinem Büro?