Wasserwerte

Wassertests und Einstellen der Wasserwerte

Da Wasser vollkommen klar aussieht, aber dennoch ungünstige oder gefährliche Stoffe enthalten kann, eignen sich Wassertests zur Überprüfung. Wassertests sind in wenigen Sekunden bis Minuten durchführbar und damit für jeden Aquarienfreund geeignet.

Im Wasseranalyse Online-Labor können Sie Ihre gemessenen Wasserwerte eingeben und analysieren lassen.

Außerdem erklären wir Ihnen dort in Kurzform, was die Wasserwerte bedeuten und wie Sie die Werte nach oben oder unten korrigieren können.

Hier die wichtigsten Wasserwerte für Ihr Aquarium

Wasserhärte (Gesamthärte (GH), Karbonathärte (KH))

Die Wasserhärte wird unterteilt in Gesamthärte (GH) und Karbonathärte (KH). Die korrekte wissenschaftliche Definition beider Werte hilft dem Laien nicht richtig weiter: Die GH ist die Summe aller Erdalkalimetalle (z. B. Kalzium- und Magnesium-Ionen) im Wasser und unter KH versteht man die Summe aller Karbonate und Hydrogenkarbonate. Alles klar?

Vereinfacht ausgedrückt ist die Gesamthärte ein Maß für einen bestimmten Mineraliengehalt im Wasser und die Karbonathärte zeigt an, wie pH-stabil das Wasser ist. Für die meisten Aquarianer und Teichbesitzer ist die KH der wichtigere Wert, weil die KH den pH-Wert (Säuregehalt des Wassers) stabilisiert. Ist die KH zu niedrig (unter 4 ° dKH) schwankt der pH-Wert stark und kann sowohl nach unten abrutschen (pH-/Säuresturz) als auch nach oben auswandern. Beides kann tödlich für die Organismen sein und daher ist es unumgänglich, die KH zu prüfen ( JBL KH Test ) und zu stabilisieren ( JBL Aquadur ). Normalerweise liegt die GH höher als die KH. In einigen tropischen Gewässern, so auch im Malawi- und Tanganjikasee, sind die Verhältnisse umgedreht: Die KH liegt über der GH. Wie kommt das? Hier sind Sodaquellen verantwortlich für einen hohen Anteil an Natriumbikarbonaten, die zwar die KH erhöhen, aber nicht zur GH gerechnet werden. Um diese Situation im Aquarium zu kopieren, hat JBL das JBL Aquadur Malawi/Tanganjika geschaffen. Mit diesem Spezialsalz kann die natürliche Wasserzusammensetzung kopiert werden.

Wasserhärte erhöhen/Warum erhöhen?

Einige Tiere fühlen sich in sehr weichem Wasser (geringe Härte) nicht wohl. Falls Sie nur Leitungswasser mit geringer Härte zur Verfügung haben, kann eine Erhöhung artgerecht sein. Liegt Ihre Karbonathärte unter 4, steht Ihnen sehr weiches Wasser zur Verfügung, das das Risiko von pH-Schwankungen birgt. Hier ist eine Erhöhung der KH dringend angeraten.

Erhöhung der Gesamthärte (GH)

Kochsalz hilft nicht! Kochsalz enthält nur Natrium (Na) und Chlorid (Cl). Beide Stoffe gehören nicht zur GH. Es ist normalerweise nie nötig, nur die GH (ohne gleichzeitig auch die KH) zu erhöhen. Um GH und KH in gleichem Maße zu erhöhen, eignet sich JBL Aquadur , ein Spezialsalz.

Erhöhung der Karbonathärte (KH)

Auch hier hilft kein Kochsalz. Ein Zusatz von Natriumbicarbonat erhöht die KH, nicht aber die GH. Mit JBL Aquadur werden GH und KH gleichzeitig in gleichem Maße erhöht. Mit JBL Aquadur Malawi/Tanganjika wird die KH stärker erhöht als die GH. Durch biologische Prozesse kann die Karbonathärte in Aquarien komplett verbraucht werden! Dies liegt daran, dass sich Wasserpflanzen (also auch Algen!) das lebensnotwendige CO2 aus der KH herauslösen, wenn nicht genügend freies CO2 im Wasser vorhanden ist. Die Folge ist eine drastische Abnahme der KH. Dieser Vorgang wird biogene Entkalkung genannt.

Kalkhaltige Materialien (Korallensand, Muschelschalen, Marmor, Korallenskelette usw.) erhöhen die Härte nur dann, wenn der pH-Wert des Wassers unter 7 liegt. Nur dann liegt genug Säure vor, um diese Materialien im Wasser zu lösen. Bei alkalischen pH-Werten (über 7,0) passiert nichts.

Wasserhärte verringern/Warum verringern?

Viele Aquarienbewohner kommen aus Weichwassergebieten wie dem Amazonas oder Rio Negro. Für eine artgerechte Haltung ist eine Verringerung der Härte empfehlenswert. Aber: Statt an den Wasserwerten alle paar Tage herumzumanipulieren, ist ein regelmäßiger Teilwasserwechsel oft wesentlich sinnvoller!

Auch viele Wasserpflanzen stammen eher aus weichem als aus hartem Wasser.

Verringerung der Härte

In Regionen mit hartem Leitungswasser kann für eine artgerechte Haltung von Wirbellosen, Fischen und Pflanzen eine Verringerung der Wasserhärte sehr sinnvoll sein. Mit einer Umkehr-Osmoseanlage ist eine solche Enthärtung sehr einfach. Das Gerät wird an den Wasserhahn angeschlossen und filtert dann bis zu 95 % aller Härtebildner (und auch Schadstoffe) aus dem Leitungswasser heraus.

Die Zugabe von pH-senkenden Mitteln (z. B. JBL pH-Minus ) führt zu einer Verringerung der KH, ist aber mit Vorsicht zu genießen. Die Zugabe eines pH-Senkers darf nur sehr vorsichtig in ganz kleinen Schritten, die permanent mit KH- und pH-Test überwacht werden, durchgeführt werden. Bei einer KH unter 4 sollte auf diese Methode verzichtet werden! Ein Wasserwechsel nützt natürlich nur dann etwas, wenn das Leitungswasser eine geringere Härte als das Aquarienwasser besitzt.

Stickstoffverbindungen

Ammonium, Nitrit, Nitrat

Im Aquarium werden Stickstoffverbindungen produziert, die in bestimmten Mengen zu Problemen oder auch zum Tod der Tiere führen können. Daher müssen Ammonium (NH4)/Ammoniak (NH3), Nitrit (NO2) sowie Nitrat (NO3) regelmäßig gemessen werden. Dafür stehen einfach zu bedienende und sehr genaue Wassertest oder auch komplette Testkoffer zur Verfügung.

Oft wird vom sogenannten Stickstoffkreislauf gesprochen, in dem die genannten Stoffe zum jeweils nächsten abgebaut werden. Diese Abbauprozesse finden hauptsächlich im Filtersystem (und Bodengrund) statt. Dort wird Eiweiß (Protein) durch Bakterien zu Ammonium (oder bei pH-Werten über 6,0 auch zu giftigem Ammoniak) abgebaut. Dies wird dann ebenfalls bakteriell zu giftigem Nitrit, und das wiederum zu ungiftigem, aber algenförderndem Nitrat umgesetzt.

In neuen Aquarien sind noch nicht genügend Bakterien für diese Abbauprozesse vorhanden. Daher sollte mit Bakterienstartern nachgeholfen werden ( JBL Denitrol , JBL FilterStart , JBL FilterBoost ).

Eine Wartezeit vor dem Einsetzen der Tiere hilft nur bedingt, weil sich die vorhandenen Bakterien nur bei einem Nährstoffangebot ausreichend vermehren. Siehe Bakterielle Startphase .

Ammonium (NH4)/Ammoniak (NH3)

Empfohlener Wert < 0,2 mg/l; pH-Wert abhängig => bitte in Tabelle prüfen

Gilt als erstes Glied in der Kette des Stickstoffabbaus. Ammonium wird direkt über die Kiemen der Fische ausgeschieden oder bakteriell aus Eiweißen umgesetzt. Ammonium (NH4) ist ungiftig, aber erhöhte Konzentrationen im Wasser behindern das „Ab-Atmen“ des Ammoniums aus den Kiemen der Fische. Bei pH-Werten über 6,0 wird ein Teil des ungiftigen Ammoniums zu giftigem Ammoniak umgewandelt (siehe Tabelle Ammonium/Ammoniak). Normalerweise wird das gebildete Ammonium von Bakterien recht schnell über Nitrit zu Nitrat weiterverarbeitet. Ist im Wasser Ammonium nachweisbar, deutet dies auf einen gestörten bakteriellen Abbausprozess hin. Die dafür nötigen Bakterien sind entweder noch nicht ausreichend vorhanden (neues Aquarium) oder wurden beeinträchtigt (Medikamente, Salzzugabe, UV-C Wasserklärer).

Senken des Ammonium-/Ammoniakgehalts

Bei Ammoniakvergiftungen (Fische schießen hin- und her, japsen an der Oberfläche) ist eine sofortige Senkung des pH-Werts eine mögliche Erste-Hilfe-Maßnahme, da sich das giftige Ammoniak dann sofort wieder in ungiftiges Ammonium umwandelt. Danach müssen jedoch weitere Schritte unternommen werden, um das Problem in den Griff zu bekommen. Hierzu gehören Wasserwechsel und das Zugeben vom Bakterienstarter ( JBL Denitrol , JBL FilterStart , JBL FilterBoost ).

Erhöhung des Ammonium-/Ammoniakgehalts

Ist nie erforderlich und unsinnig.

Nitrit (NO2)

Empfohlener Wert 0,0 mg/l, ab 0,5 mg/l tödlich

Ebenso wie Ammoniak wirkt Nitrit hochgiftig. Es blockiert den Sauerstofftransport im Blut (auch beim Menschen) und führt zu einer inneren Erstickung. Im Wasser sollte es mit dem JBL Nitrit-Test nie nachweisbar sein, weil es im Normalfall von Bakterien sofort nach seiner Bildung zu ungiftigem Nitrat weiter abgebaut wird. Der Nachweis von Nitrit weist entweder auf eine gestörte bakterielle Aktivität hin oder es zeigt an, dass die Bakterien mit der anfallenden Schadstoffmenge überfordert sind. Daraus ist abzuleiten, dass die Pflege überprüft werden muss: Wird zu viel gefüttert? Wird zu wenig Wasser gewechselt? Wurden antibakterielle Heilmittel zugegeben? Wurde Salz zugegeben (Salz tötet Bakterien)?

Sonderfall: In neu eingerichteten Aquarien kommt es zu Nitritanstiegen, weil sich die Bakterien noch nicht richtig entwickelt haben. Hier hilft ein guter Bakterienstarter ( JBL Denitrol , JBL FilterStart ) und ein sukzessives Einsetzen der Bewohner. Nie alle neuen Fische auf einmal einsetzen, sondern zeitversetzt das Aquarium nach und nach besetzen. So stellen sich Bakterien auf die zunehmende Schadstoffmenge ein. Siehe Bakterielle Startphase .

Senken des Nitritgehalts

Sofortiger Teilwasserwechsel (50 %), weniger Füttern, regelmäßiger Teilwasserwechsel (30 % alle 14 Tage), regelmäßiges Absaugen des Bodengrunds mittels Mulmglocke ( Bodenreinigung ), Zugabe von Bakterien ( JBL Denitrol , JBL FilterStart ).

Erhöhung des Nitritgehalts

Ist nie erforderlich und gefährlich.

Nitrat (NO3)

Empfohlener Wert Süßwasser < 30 mg/l, Meerwasser < 20 mg/l

Nitrat entsteht beim Stickstoffabbau unter aeroben (sauerstoffreichen) Bedingungen durch Nitrobacter Bakterien aus Nitrit und wird unter anaeroben (sauerstofflosen) Bedingungen zu Stickstoffgas (N2), Kohlendioxid (CO2) und Wasser (H2O) abgebaut. Nitrat selbst ist zwar im Gegensatz zu Nitrit ungiftig, hemmt jedoch das Fischwachstum (besonders bei Jungfischen) und auch viele Pflanzenarten werden im Wachstum durch hohe Nitratwerte eingeschränkt. Das Hauptproblem mit Nitrat ist dessen algenfördernde Eigenschaft. Daher sollten Nitratwerte nie die empfohlenen Werte (50 mg/l) überschreiten.

Senken des Nitratwerts

Ein regelmäßiger Wasserwechsel verhindert hohe Nitratwerte, wenn das Leitungswasser nicht schon zu viel Nitrat enthält. Daher unbedingt die Leitungswasserwerte überprüfen. Mit Hilfe einer Umkehrosmoseanlage kann dem Leitungswasser bis zu 50 % des Nitrates entzogen werden. Durch den Einsatz von JBL NitratEx kann sowohl Leitungswasser als auch Aquarienwasser vom Nitrat befreit werden. JBL NitratEx enthält Kunstharze, die dem durchfließenden Wasser Nitrat entziehen. Nach Erschöpfung der Austauscherkapazität kann es mit Kochsalz einfach und schnell regeneriert werden. Für den Langzeiteinsatz in Filtern wurde JBL BioNitratEx entwickelt. Dieses Spezialfiltermaterial besteht aus Nahrungskugeln für Bakterien. Im Laufe der Zeit werden immer nützliche Reinigungsbakterien auf den Kugeln siedeln, so dass die unteren Bakterienschichten kein sauerstoffreiches Wasser mehr erhalten werden. Genau dann schalten die Bakterien auf „Nitratatmung“ um und bauen Nitrat ab. Dies ist ihnen aber nur möglich, da sie benötigte Nahrung aus den Bällen entnehmen können. So werden die Bälle nach und nach von den Bakterien aufgefressen und Sie können gut verfolgen, wie aktiv der Nitratabbau stattfindet und wann sie neue Bälle nachfüllen sollten.

Erhöhung des Nitratwerts

In den meisten Aquarien ist eine Erhöhung des Nitratwerts unsinnig. Nur in einem Sonderfall sollte es zugegeben werden: Bei Aquarien, die sehr stark bepflanzt wurden und wenige Fische enthalten (oft beim Aquascaping) und in Garnelenaquarien, in denen kaum gefüttert wird, kann es für die Pflanzen zum Stickstoffmangel kommen. Für diese Fälle hat JBL einen Spezialdüngerprogramm mit einzelnen Düngern, die auch Stickstoff in Form von Nitrat enthalten ( JBL ProScape N Macroelements oder JBL ProScape NPK Macroelements ).

Phosphat (PO4)

Empfohlener Wert < 0,1 mg/l

Phosphate wirken ebenso wie Nitrate (NO3) als starke Algendünger. Sie dienen zwar Pflanzen als Nährstoff, sind aber oft in so hoher Konzentration vorhanden, dass sie im Übermaß vorliegen und dann das Algenwachstum fördern. Praktisch jedes Fischfutter enthält Phosphat, welches für den Knochenbau der Fische auch notwendig ist. Viele Fischfutter enthalten jedoch zu viel Phosphat, weil sie unter Verwendung von preisgünstigem Fischmehl hergestellt werden. JBL verzichtet auf die Verwendung von preisgünstigem Fischmehl und verarbeitet stattdessen hochwertige Proteine aus Fischfilets, denen dann die ausgewogene Mineralienmenge (Aschegehalt) für gesundes Fischwachstum zugesetzt wird. Wichtig ist, die Futtermenge richtig zu wählen, um Überfütterung und die daraus resultierende Phosphatbelastung zu vermeiden. Vorsicht bei Frostfutter! Die meisten Frostfutter sind regelrechte Phosphatbomben!!!

Abgestorbene Pflanzenteile und Algen setzen die, während ihres Wachstums gebundene Phosphatmenge nach ihrem Absterben wieder frei und sollten deshalb entfernt werden. Wasserpflanzendünger, Filtermaterialien und Wasserzusätze wie Torfextrakte dürfen auf keinen Fall Phosphat enthalten. Bitte prüfen Sie die von Ihnen verwendeten Produkte. JBL Produkte sind garantiert phosphatfrei. Ein regelmäßiger Wasserwechsel ist sicherlich eine der besten Maßnahmen gegen hohe Phosphatwerte, wenn das Leitungswasser phosphatfrei ist. Bitte prüfen Sie Ihr Leitungswasser vor der Verwendung.

Phosphate reagieren recht schnell mit Mineralien im Wasser und fallen aus (sedimentieren). So ist es sinnvoll, regelmäßig eine Mulmglocke ( Bodenreinigung ) beim Teilwasserwechsel zu verwenden und auch den Filter zu reinigen, weil sich hier im Filterschlamm große Phosphatmengen befinden.

Senken des Phosphatwerts

Neben den bereits erwähnten Maßnahmen kann Phosphat einfach, schnell und sicher mit dem Spezialfiltermaterial JBL PhosEx ultra und/oder mit Hilfe des flüssigen Phosphatentferners JBL PhosEx rapid entfernt werden. Wenn nicht nur gezielt Phosphat, sondern auch Nitrit und Nitrat entfernt werden sollen, empfehlen wir das Spezialfiltermaterial JBL Clearmec plus .

Erhöhen des Phosphatwerts

In den meisten Aquarien ist eine Erhöhung des Phosphatwerts unsinnig. Nur in zwei Sonderfällen sollte Phosphat zugegeben werden: Bei Aquarien, die sehr stark bepflanzt wurden und wenige Fische enthalten (oft beim Aquascaping) und in Garnelenaquarien, in denen kaum gefüttert wird, kann es für die Pflanzen zum Phosphatmangel kommen. Für diese Fälle hat JBL ein Spezialdüngerprogramm mit einzelnen Düngern, die auch Phosphat enthalten ( JBL ProScape P Macroelements / JBL ProScape NPK Macroelements ).

Salzgehalt

Der Begriff Salzgehalt ist sowohl für Süß- als auch für Meerwasser relevant. Im Meerwasser ist der Salzgehalt einfach mit einem Aräometer ( JBL Aräometer ) oder einem Refraktometer messbar. Die Messung mittels Leitwertmessgerät ist nicht zuverlässig, weil die Zusammensetzung des Salzes einen Einfluss auf die Leitfähigkeit besitzt. Der Salzgehalt der Ozeane ist durchaus unterschiedlich (z. B. Rotes Meer höher als Karibik) und für die Haltung der Tiere wichtig.

Im Süßwasser wird Salz oft therapeutisch hinzugefügt, um gegen Bakterien oder Parasiten zu wirken. Hier wird der Salzgehalt über die Dosierung eingestellt.

Übrigens sollte im Süßwasser die Salzzugabe schnellstmöglich wieder eingestellt werden, da weder die nützlichen Filterbakterien noch die Wasserpflanzen Salzzugaben vertragen.

Viele Aquarianer messen die Leitfähigkeit ihres Wassers mit Hilfe eines Leitwertmessgeräts (Anzeige in µS/cm oder mS/cm). So kann geprüft werden, ob sich der Leitwert zum Ausgangswasser verändert hat. Besitzt z. B. das Leitungswasser eine Leitfähigkeit von 500 µS/cm und das Aquarienwasser eine höhere Leitfähigkeit von z. B. 900 µS/cm, zeigt dieser erhöhte Wert entweder eine direkte Salzzugabe oder eine Anreicherung mit Schadstoffen an. So kann die Leitfähigkeit ein Indikator für Wasserqualität bzw. notwendigen Wasserwechsel sein.

Diskusfreunde möchten ihre Fische z. B. in weichem Wasser, also einer sehr geringen Leitfähigkeit, halten und geben ihrem verwendeten Osmosewasser dann gezielt ein Osmosesalz ( JBL Aquadur ) zu, bis sie den gewünschten Leitwert von z. B. 50 µS/cm erreicht haben.

Erhöhung des Salzgehalts

Zugabe von Meersalz (im Meerwasser), Kochsalz oder JBL Aquadur (im Süßwasser).

Verringerung des Salzgehalts

Im Meerwasser durch Zugabe von Leitungs- oder Osmosewasser.

Im Süßwasser durch Zugabe von Osmosewasser.

Sauerstoff (O2)

Empfohlener Wert in 25 °C 8 mg/l, bei anderen Temperaturen laut Tabelle

Sauerstoff ist das Lebenselixier der meisten Lebewesen im Wasser und daher sehr wichtig. Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff kann im Wasser gelöst sein. Daher kann im heißen Sommer eine zusätzliche Belüftung des Wassers sinnvoll und notwendig sein. Bei zu geringen Sauerstoffgehalten sinkt die bakterielle Schadstoffabbauleistung, und unter 2 mg/l bekommen auch Fische Sauerstoffnot. Eine wichtige Tatsache ist, dass Pflanzen unter Lichteinfluss zwar Sauerstoff produzieren, in der Dunkelheit jedoch auch Sauerstoff verbrauchen. Daher kann es bei starkem Pflanzen-/Algenwuchs nachts sinnvoll sein, das Wasser zu belüften. Unwahr ist, dass hohe Kohlendioxidgehalte gleichzeitig niedrige Sauerstoffgehalte bedingen. Beide Gase können an der Sättigungsgrenze nebeneinander vorliegen. Oft ist es jedoch so, dass bei einer Sauerstoffanreicherung über Oberflächenbewegung (Strömung, Sprudelsteine, Wasserdüsenrohre usw.) viel Kohlendioxid (CO2) ausgetrieben wird. Wenn den Pflanzen über eine CO2-Düngeanlage Kohlendioxid zugeführt wird, steigt der CO2-Gehalt im Wasser und gleichzeitig steigt der Sauerstoffgehalt, da die Pflanzen bei der Assimilation Sauerstoff produzieren.

mg/l O2 °C
12,7 4
12,1 6
11,5 8
10,9 10
10,7 11
10,4 12
10,2 13
10,0 14
9,8 15
9,56 16
9,37 17
9,18 18
9,0 19
8,84 20
8,68 21
8,53 22
8,38 23
8,25 24
8,11 25
7,99 26
7,86 27
7,75 28
7,64 29
7,53 30
7,42 31
7,32 32

Erhöhung des Sauerstoffgehalts

Der Sauerstoffgehalt im Wasser ist durch eine normale Wasseroberflächenbewegung gewährleistet. Bei Aquarien, die eine überdurchschnittliche Höhe und damit eine oft geringe Oberfläche im Verhältnis zum Wasservolumen aufweisen, kann eine zusätzliche Belüftung oder stärkere Wasseroberflächenbewegung über Wasserspritzrohre u. Ä. notwendig werden. Sauerstofftabletten (z. B. JBL OxyTabs ) sind für eine langfristige Sauerstoffversorgung ungeeignet. In unbepflanzten Aquarien kann eine zusätzliche Sauerstoffversorgung mit Sprudelsteinen ebenfalls sinnvoll sein. Wenn Aquarien einen guten Pflanzenwuchs vorweisen sollen, ist eine Belüftung über Sprudelsteine oder starke Wasseroberflächenbewegung nicht sinnvoll, da das für den Pflanzenwuchs notwendige Kohlendioxid (CO2) wieder ausgetrieben wird.

Verringerung des Sauerstoffgehalts

Unsinnig und nicht erforderlich.

Kalzium (Ca)

(Nur im Meerwasser) empfohlener Wert 400-440 mg/l

Kalzium ist Bestandteil der Gesamthärte (GH), wird jedoch im Süßwasser üblicherweise nicht gesondert getestet. Nur in Meerwasseraquarien kommt dem Kalziumgehalt eine sehr wichtige Bedeutung zu. Hier ist er die Grundvoraussetzung für das Wachstum vieler wirbelloser Tiere.

Erhöhung von Kalzium

Im Meerwasser gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Kalziumgehalt im Wasser zu erhöhen:

JBL CalciuMarin : Dieses Produkt eignet sich hervorragend, den Kalziumgehalt einfach und sicher ohne großen technischen Aufwand und Kosten zu erhöhen. Eine Packung JBL CalciuMarin enthält zwei Beutel, deren Inhalt gemäß Gebrauchsanleitung an zwei möglichst weit auseinanderliegenden Stellen etwas zeitversetzt in das Aquarium gegeben wird. Es kommt dann im Aquarienwasser zu einer Reaktion der beiden Komponenten. Es reagieren Kalziumchlorid und Strontiumchlorid (Beutel 1) mit Natriumhydrogencarbonat (Beutel 2) zum gewünschten Kalziumbicarbonat, Strontiumbicarbonat und unschädlichem Natriumchlorid. Dieses Verfahren ist unter dem Namen „Ballingmethode“ in der Meerwasseraquaristik bekannt geworden.

Kalkreaktor: Ein Kalkreaktor ist ein Behälter, in dem sich kalkhaltiges Material befindet (Kalziumcarbonat, Korallenbruch, Marmorsplitt etc.). Das hindurchfließende Meerwasser wird mit Kohlendioxid (CO2) angereichert, wodurch der pH-Wert sinkt und das kalkhaltige Material sich langsam im Wasser löst. Dadurch werden Hydrogencarbonate (KH) und Kalzium (Ca) im Wasser gelöst, die tropfenweise dem Aquarienwasser zugeführt werden. Kalkreaktoren werden somit immer mit CO2-Anlagen betrieben. JBL bietet dafür alle notwendigen Komponenten an: CO2 Druckgasflaschen mit 500 g sowie 2 kg Inhalt, Druckminderer, Magnetventil und pH-Steuergerät.

Kalkwasser: Unter Kalkwasser versteht man eine gesättigte Lösung von Kalziumhydroxid (CaOH), die tropfenweise dem Aquarienwasser zugeführt wird. Sie erhöht durch den Hydroxid-Teil (-OH) den pH-Wert des Meerwassers und führt ihm Kalzium zu. Es enthält keine Karbonathärtebildner (HCO3), obschon es scheinbar eine KH von ca. 12-15 aufweist. Diese Täuschung aller KH-Tests wird durch die OH-Ionen ausgelöst. Der Trend in der Meerwasseraquaristik tendiert jedoch nicht mehr zum Kalkwasser, sondern zu Kalkreaktoren und professionellen Präparaten wie JBL CalciuMarin .

Magnesium (Mg)

Empfohlener Wert Süßwasser 5-10 mg/l, Meerwasser 1200 mg/l

Magnesium ist Bestandteil der Gesamthärte (GH) des Wassers. Im Süßwasser wird der Magnesiumgehalt bei der Pflege empfindlicher Pflanzen und bei Aquascapern gesondert gemessen und durch die Zugabe von JBL ProScape Mg Macroelements eingestellt. Eine einfache und gleichzeitig professionelle Möglichkeit, den Bedarf Ihres Aquariums bzw. Ihrer Aquarienpflanzen zu ermitteln, ist der ProScape Düngerrechner .

In Meerwasseraquarien hat Magnesium eine andere Bedeutung: Bei zu geringen Magnesiumgehalten wachsen erwünschte Kalkrotalgen nicht oder sehr schlecht. Zu hohe Magnesiumgehalte sind ebenfalls nicht sinnvoll, da das Wasser nur eine beschränkte Aufnahmefähigkeit von Mineralien und Salzen besitzt. Wird diese Aufnahmekapazität von zu hohen Magnesiumgehalten besetzt, können andere wichtige Mineralien nicht in ausreichender Menge gelöst werden oder fallen aus.

Erhöhung des Magnesiumgehalts

Durch Zugabe von JBL MagnesiuMarin (Flüssigpräparat) kann jeder gewünschte Magnesiumgehalt schnell, einfach und sicher eingestellt werden.

Verringerung des Magnesiumgehalts

Durch Wasserwechsel kann der Wert wieder auf das gewünschte Niveau gesenkt werden.

pH-Wert

Empfohlener Wert: Gesellschaftsaquarien 6,5-7,5; Malawi-Tanganjikaseeaquarien 7,5-9,0

Der pH-Wert zeigt den Säure- und Basengehalt des Wassers an. Je mehr Säure das Wasser enthält (je saurer), desto niedriger ist der pH-Wert. Je weniger Säure bzw. mehr Basen das Wasser enthält (je alkalischer), desto höher ist der pH-Wert. Wenn der empfohlene pH-Wert unterschritten wird, werden den Aquarienbewohnern keine optimalen Lebensbedingungen mehr geboten und auch die bakterielle Filteraktivität nimmt stark ab bzw. kommt bei pH-Werten unter sechs praktisch zum Erliegen. Daher sollte der pH-Wert auf den angegebenen Wert angehoben werden.

Beim pH-Wert handelt es sich um einen logarithmischen Wert, d. h. dass eine Verringerung von pH 8 auf pH 7 eine Verzehnfachung des Säuregehalts und von 8 auf 6 eine Verhundertfachung des Säuregehalts bedeutet!

Erhöhung des pH-Werts

Bitte überprüfen Sie als erstes, ob die Karbonathärte (KH) dem empfohlenen Wert entspricht. Bevor am pH-Wert manipuliert wird (heben oder senken) muss!!! die KH auf den empfohlenen Wert gebracht werden. Meist reguliert sich der pH dann von alleine auf das gewünschte Niveau. Sollte der pH-Wert dennoch angehoben werden müssen, kann dies durch Zugabe von JBL pH-Plus (flüssiger pH-Heber) erfolgen. Auch eine stärkere Bewegung der Wasseroberfläche wird den pH-Wert Ihres Aquarienwassers anheben, jedoch gleichzeitig den Pflanzennährstoff CO2 austreiben. In der Regel brauchen nur Aquarianer, die Fische aus Hartwassergebieten züchten wollen, eine Erhöhung des pH-Wertes. Sobald sie die Karbonathärte durch Zugabe von JBL Aquadur oder JBL Aquadur Malawi/Tanganjika angehoben haben, wird sich auch der pH-Wert auf einem höheren Niveau einpendeln. Eine Ausnahme stellen die Seen Sulawesis dar, in denen weiches Wasser mit einem pH-Wert von 8 zu finden ist. Hier hilft zur Nachbildung die Bewegung der Wasseroberfläche.

Verringerung des pH-Werts

Bitte überprüfen Sie als erstes, ob die Karbonathärte (KH) dem empfohlenen Wert entspricht. Bevor am pH-Wert manipuliert wird (heben oder senken) muss!!! die KH auf den empfohlenen Wert gebracht werden. Meist reguliert sich der pH dann von alleine auf das gewünschte Niveau. Sollte der pH-Wert dennoch gesenkt werden müssen, gibt es drei Möglichkeiten:

Säurezugabe: Durch Zugabe von JBL pH-Minus (pH-senkende Flüssigkeit) kann der pH-Wert schrittweise gesenkt werden. Gleichzeitig wird jedoch auch die Karbonathärte gesenkt.

CO2-Zugabe: Durch eine dosierte CO2-Zugabe (Kohlendioxid) werden nicht nur die Pflanzen gedüngt, sondern auch der pH-Wert gesenkt. Ein Teil des CO2 reagiert mit dem Wasser zu Kohlensäure (H2CO3), die wie alle Säuren den pH-Wert senkt. Für Aquarien von 30 bis 160 Liter empfehlen wir die JBL ProFlora BioCO2-Anlage ( Bio ), für Aquarien von 60 bis 1000 Liter die Einweg (u) oder Mehrweg (m) -Systeme.

Torfzugabe: Mit JBL Tormec activ (Aktivtorf-Pellets) als Teil des Filtermaterials kann der pH-Wert leicht gesenkt werden. Die JBL Aktivtorf-Pellets enthalten etwa 25 % Huminsäuren, die pH-senkend wirken. Außerdem findet eine leichte Enthärtung statt.

Silikate (SiO2)

Empfohlener Wert: < 1 mg/l

Siliziumverbindungen im Wasser führen zu Kieselalgenproblemen. Unter den Begriffen Silikate, SiO2, Kieselsäure und Silizium tauchen Siliziumverbindungen in der Aquaristik auf. Die Silikatgehalte im Leitungswasser steigen in vielen Regionen immer stärker an und führen daher immer häufiger zu Kieselalgenproblemen. Kieselalgen, auch Diatomeen genannt, benötigen Silikate zum Aufbau ihres Skeletts. Sobald Sie den Kieselsäuregehalt im Wasser durch einen Silikatentferner ( JBL SilicatEx Rapid ) verringern, können Kieselalgen nicht mehr leben. Mit Hilfe eines Silkat-Tests ( JBL SiO2 Silikat Test ) ist eine Ermittlung des Silikatgehalts in Ihrem Leitungs- und Aquarienwasser einfach und schnell durchzuführen.

Kohlendioxid (CO2)

Empfohlener Wert: 20-25 mg/l

CO2 bildet die Hauptnahrungsquelle Ihrer Aquarienpflanzen, wie für Menschen Kohlehydrate, Fette und Eiweiße die Grundnahrungsmittel bilden. CO2 entsteht in jedem Aquarium in kleineren Mengen durch das Ausatmen der Fische und Bakterien sowie nachts auch durch die Pflanzen. Wenn Sie den pH-Wert und die Karbonathärte Ihres Wassers kennen, können Sie in folgender Tabelle ablesen, wie viel CO2 in Ihrem Aquarienwasser vorhanden ist.

Wie viel CO2 enthält Ihr Aquarienwasser?

Diese Tabelle zeigt Ihnen zum Einen, wie viel CO2 in Ihrem Aquarienwasser gelöst ist und zum anderen, welcher CO2-Gehalt für Ihre Pflanzen optimal wäre. Zum Benutzen der Tabelle benötigen Sie den pH-Wert und die Höhe der Karbonathärte (KH) Ihres Aquarienwassers. Aus beiden Werten resultiert ein CO2-Gehalt, den Sie einfach ablesen können. Ist Ihr pH-Wert z.B. 7,4 und die KH beträgt 6 °dKH, haben Sie 7 mg/l CO2 im Wasser. Die meisten Wasserpflanzen benötigen jedoch etwas höhere CO2 Gehalte zwischen 14 und 23 mg/l, um kräftig und gesund zu wachsen. Sehr empfindliche Arten sogar 23 bis 36 mg/l. Mit Hilfe einer CO2-Düngeanlage können Sie dann den CO2-Gehalt im Wasser erhöhen und so gleichzeitig den perfekten pH-Wert für Ihre Fische einstellen.

Mit Hilfe eines JBL CO2-pH Permanent Test-Set können Sie dauerhaft den CO2-Gehalt überwachen oder mit Hilfe des JBL CO2 Direct Test-Set sofort den Kohlendioxidgehalt überprüfen. Durch den Einsatz einer CO2-Düngeanlage ( CO2-Pflanzenpflege ) erhöhen Sie den CO2-Gehalt in Ihrem Aquarienwasser und fördern den Pflanzenwuchs. Wichtig ist jedoch auch, dass Ihren Pflanzen keine anderen Nährstoffe wie Eisen oder Kalium fehlen, denn sonst würde auch eine CO2-Düngung nur wenig helfen.

Kupfer (Cu)

Empfohlener Wert: 0,0 mg/l, bei Medikamentierung 0,3 mg/l

Das Schwermetall Kupfer wird oft aus Wasserleitungen herausgelöst. Es ist für Wirbellose wie z. B. Garnelen tödlich. Mit Hilfe des Wasseraufbereiters JBL Biotopol C (Crustacea = Krebstiere) wird das Kupfer umschlossen und neutralisiert. Wenn Wirbellose gepflegt werden, sollte statt JBL Biotopol besser JBL Biotopol C verwendet werden. Bei der Bekämpfung der Samtkrankheit (Oodinium) stellen Sie mit Hilfe des Medikaments einen Kupfergehalt von 0,3 mg/l ein. Daher ist dieses Medikament auch nicht mit Wirbellosen anzuwenden!

Eisen (Fe)

Empfohlener Wert: 0,1-0,5 mg/l

Eisen ist neben Kalium, Magnesium und anderen eines der wichtigen Spurenelemente, das Pflanzen zum Leben essentiell benötigen. Bei Eisenmangel zeigen Pflanzen oft eine hellgrüne Blattfarbe (Chlorose).

Mit Hilfe des JBL Fe Eisen Test können Sie den Eisengehalt in wenigen Minuten prüfen und mit Hilfe von Flüssigdünger ( JBL Ferropol , JBL ProScape Fe +Microelements richtig einstellen.

Nutzen Sie auch den ProScape Düngerrechner , um den genauen Verbrauch und damit den Bedarf Ihres Aquariums bzw. Ihrer Pflanzen ausrechnen zu lassen.

Kalium (K)

Empfohlener Wert: 5-20 mg/l

Kalium ist neben Eisen und Magnesium sowie weiteren Spurenelementen eines der wichtigsten Mineralien, das Pflanzen zum Wachsen benötigen. Kaliummangel zeigt sich durch eine helle, ungesunde Blattfarbe und ein Hervortreten der Blattnerven.

Mit Hilfe des JBL K Kalium Test-Set können Sie den Kaliumgehalt in wenigen Minuten prüfen und mit Hilfe von Flüssigdünger ( JBL Ferropol , JBL ProScape K Macroelements , JBL ProScape NPK Macroelements ) richtig einstellen.

Nutzen Sie auch den ProScape Düngerrechner , um den genauen Verbrauch und damit den Bedarf Ihres Aquariums bzw. Ihrer Pflanzen ausrechnen zu lassen.