Luftfeuchtigkeit

Jeder weiß, dass die Luftfeuchtigkeit im Dschungel höher liegt, als in der Wüste. Aber wie hoch genau? Wie stark schwankt sie zwischen morgens und abends? Wie kann man sie regulieren? Diese Fragen sind wichtig und müssen je Tierart geklärt werden.

Luftfeuchtigkeit im Regenwaldterrarium

Bitte bauen Sie nicht einfach eine Beregnungsanlage in Ihr Terrarium und besprühen permanent, um 100 % Luftfeuchtigkeit für Regenwaldtiere zu erreichen! Unsere Messungen während der JBL Expedition Amazonas ergaben, dass die Luftfeuchtigkeit im Tagesverlauf mit zunehmender Temperatur auf 58 % absank (12:00 Uhr mittags) und auf ein Maximum von 92 % in den frühen Morgenstunden anstieg (2:00-6:00 Uhr). Unsere Messungen in Venezuela am Orinoco ergaben die gleiche Tendenz, wenn auch leicht andere Werte: Höchste Luftfeuchtigkeit von 96 % um 6:30 Uhr morgens und niedrigste Luftfeuchtigkeit von 65 % um 13:30 Uhr mittags.

Im Regenwaldterrarium erhöhen Wasserteile oder ein Wasserfall bereits die Luftfeuchtigkeit. Eine Kontrolle der relativen Luftfeuchtigkeit und Lufttemperatur erfolgt z. B. mit dem JBL TerraControl .

Sollte die erreichte Luftfeuchtigkeit nicht ausreichen, ist ein zusätzlichen Besprühen mit Wasser in den Abendstunden oder eine Beregnungsanlage angeraten.

Luftfeuchtigkeit in Wüstenterrarien

Wie im Regenwald sinkt die Luftfeuchtigkeit tagsüber mit steigender Lufttemperatur und steigt nachts bei sinkenden Lufttemperaturen an. Ob im australischen Outback oder in afrikanischen Wüsten bei etwa 20 % mittags und 80 % nachts.

Bemerkenswert sind starke Unterschiede in der gleichen Region, z. B. in Tansania/Nähe Mount Meru: Nur weniger Kilometer voneinander entfernt sind 42 °C mit 16 % relativer Luftfeuchtigkeit und 34 °C mit 44 % Feuchtigkeit zur gleichen Uhrzeit zu finden. Für die naturnahe Haltung von Terrarientieren ist also nicht nur die Region (z. B. Arusha) sondern auch das Mikrohabitat (Steppe, Savanne, Busch, Höhe über N.N., Regenwald usw.) wichtig. Ebenso beachtenswert sind die Unterschiede zwischen Tag und Nacht: Von einer Maximalwert am Tag von 34 °C mit 44 % relat. Feuchte sinken die Werte nachts auf 18 °C bei 83 % relativer Luftfeuchtigkeit. Auch diese Gegebenheiten sollten bei einer artgerechten Haltung nachgeahmt werden.

Da die Luftfeuchtigkeit für viele Tierarten z. B. für die Häutung eine sehr wichtige Rolle spielt, sollte sie auch im Terrarium richtig eingestellt werden. Da viele Wüstenterrarien mindestens zwei Klimazonen enthalten (Sonnenbereich & Abkühlungsbereich), sollte auch in beiden Bereichen separat gemessen werden. Tagsüber sollten die Feuchtwerte zwischen 20 und 40 % liegen. Nachts darf sie dann zwischen 50 und 70 % liegen. Mit Hilfe der Wasserschale lässt sich die Feuchtigkeit bereits etwas einstellen. Je wärmer die Schale steht, desto mehr Wasser verdunstet und erhöht damit die Luftfeuchtigkeit. Zusätzlich ist ein leichtes und feines Einsprühen ggf. hilfreich. Nur bitte nie die Tiere direkt ansprühen!

Auch das Einbringen von Pflanzen in Ihr Wüstenterrarium erhöht die Luftfeuchtigkeit. Die eingebrachte Erde speichert Feuchtigkeit und auch die Pflanzen transpirieren und geben Wasser an die Luft über ihre Spaltöffnungen ab.