Das war die Reptilienausstellung 2016 im Tierpark Gettorf - Teil 2

Fortsetzung der Berichterstattung über die Reptilienausstellung 2016 im Tierpark Gettorf. Eine der größten deutschen Ausstellungen zum Thema Reptilien und Amphibien, die vom Terrarienkreis Kiel seit vielen Jahren erfolgreich angeboten wird. Hier können Ängste bekämpft und die Fasziniation für Reptilien gewonnen werden. Den ersten Teil können Sie hier nachlesen: Das war die Reptilienausstellung 2016 im Tierpark Gettorf - Teil 1

Tag 4: Laura, für die besonderen Momente

Bei nicht ganz so schönem Wetter wie am Vortag und einer Besucheranzahl, die gerade halb so hoch war, gingen wir frisch und ausgeschlafen ans Werk.

Gestatten, Laura, von Beruf Spinne, genauer Vogelspinne. Die gute Laura, eine Brachypelma auratum (Goldknie-Vogelspinne) ist unsere Spinne für die besonderen Momente. Die Momente, wenn die Besucher ihre Scheu – wir wollen es mal nicht Angst oder Phobie nennen, denn wir sind keine Psychologen und maßen uns nicht an „heilen“ zu können – überwunden haben und mit einem Aha-Erlebnis nach Hause fahren können. Genau dieser Moment, wenn man eine echte, lebende Vogelspinne auf der Hand haben durfte. Viele der Besucher haben uns bestätigt, dass sie nach einem solchen positiven Erlebnis sogar die Hausspinnen, in den eigenen vier Wänden, mit anderen Augen sehen.

Neben Laura kamen auch Finchen und Jack (zwei Boa constrictor imperator – Kaiserboas) zum Einsatz. Auch diese Tiere überzeugen durch ihr „friedliches“ Wesen, oder sagen wir es besser so, wir haben sehr gute Erfahrungen mit diesen Tieren gemacht. Diese haben bereits Ausstellungserfahrung und sind darauf eingestellt von unterschiedlichen Personen berührt zu werden.

Selbstverständlich gilt für uns in solchen Situationen erhöhte Aufmerksamkeit. Hände müssen desinfiziert werden, die Besucher und vor allem die Tiere müssen beobachtet werden. Letztendlich gilt für uns, dass das Wohl des Tieres Vorrang hat. Wir konnten auch heute wieder vielen Menschen zeigen, dass sich diese Tiere gegenüber Menschen durchaus friedlich verhalten. Dies gilt natürlich nur so lange, wie man die Tiere nicht bedrängt.

Welchen Hintergrund hat unser Bestreben, dass die Tiere händelbar sind und bleiben. Es kann immer mal vorkommen, dass ein Tier zu einem Tierarzt muss. In diesen Augenblicken soll ein Tierarzt die Möglichkeit haben, sich den Tieren zu nähern, ohne dass diese das als Gefahr ansehen. Wir vermitteln bei diesen Begegnungen den Besuchern allerdings auch, dass unsere Tiere keine Kuscheltiere sind. Anders als Katzen oder Hunde wollen sie nicht unbedingt berührt werden.

Tag 5: Alte Bekannte

Der Tag der Begegnungen, so könnte man den Ostermontag beschreiben. Viele Besucher des Tierpark Gettorf haben die Chance genutzt und sich unsere Tiere nicht nur hinter den Scheiben angesehen. Auch wir waren positiv überrascht, welches Interesse an unseren Tieren besteht. Seien es die allseits bekannten Bartagamen (Pogona) oder die nicht so bekannten Honduras Königsnattern (Lampropeltis triamgulum hondurensis), die mit ihrer auffällig rot schwarzen Färbung besonders ins Auge sticht. Was sich allerdings jedes Mal glich, war die Reaktion „die fühlen sich ja ganz anders an als ich erwartet habe“. Diese Feststellung ist einer der Gründe, warum wir jedes Jahr zu Ostern eine Ausstellung unserer privaten Tiere machen.

Wir wollen zeigen, überzeugen, spüren lassen, dass unsere Tiere weder nass, noch schleimig noch stachelig sind. Ja, Bartagamen sehen stacheliger aus als sie sich anfühlen. Schlangen glänzen, sind allerdings nicht nass und und auch gar nicht schleimig. Besonders freuen wir uns über Wiederholungstäter, also Besucher, die sich der Herausforderung, zum Beispiel eine Vogelspinne zu berühren, seien wir ehrlich auf der Hand zu halten, erneut stellen. So auch an diesem Montag, „ich war vor zwei Jahren schon einmal bei Euch“. Das ist nun schon ein paar Tage her. Sie hat sich dann doch wieder getraut, diesmal erheblich schneller, es bedurfte weniger ermunternder Worte und einer beherzten Aufforderung. Kaum saß die Besucherin, schon war Cassandra, eine mexikanische Rotknie-Vogelspinne (Brachypelma smithi) auf ihrer Hand und machte es sich bequem. Woran man so etwas erkennt, immer dann, wenn ein solches Tier sogar sein Hinterteil ( Abdomen ) auf der Hand ablegt.

Nun ist das eigentliche Osterwochenende vorbei, freuen wir uns doch auf die kommende Woche. Wir sind noch bis zum kommenden Wochenende in Gettorf im Tierpark und stellen unsere Tiere aus. Nutzt die Zeit, schaut Euch die Tiere an oder seid so mutig und sucht den direkten Kontakt zu den Tieren.

Tag 6: Umgestaltung und Terrariencheck

Ja, was sollen wir sagen, die Laune der Mitglieder vor Ort war ungebrochen gut. Da konnten auch die anstrengenden Tage seit Gründonnerstag nichts daran ändern. Wenn der Tag vorbei ist, ist Halbzeit der Ausstellung. Also, Stimme ölen, noch mal einen kräftigen Schluck aus der Thermoskanne und ran an die Terrarien. Jetzt steht einem spannenden Tag nichts mehr im Wege, dachten wir. Doch es kam etwas anders. Petrus hatte kein Einsehen mit uns und dem Tierpark. Der Vormittag war von Regen geprägt. Was nun fehlte, waren die Besucher im Tierpark. Wir haben die Zeit genutzt und die Terrarien ein wenig auf Vordermann gebracht. Die Tiere haben irgendwie nicht den gleichen Sinn für Inneneinrichtungen und dekorieren doch schon gern mal ein wenig um. Gut, ist ja auch ihr zu Hause für die Tage, nur sieht man sie halt nicht, wenn die Pflanzen auf einmal alle am Boden liegen.

Kaum war der Himmel aufgerissen, kamen auch die ersten Besucher. Besucher im Tierpark bedeuten auch Besucher für uns. Nun verging der Tag doch erheblich schneller als er angefangen hatte.

Tag 7: Trotz Regen gute Laune

Dröpje for Dröpje … oder nach guten Schleswig-Holsteiner Sitten, Regen am Vormittag senkrecht und in gleichmäßigen Tropfen. Es ist fast Ende März und der Frühling gleicht fast einem Herbst. Dafür ist es in der Paradieshalle, sowie in der Tropenhalle des Tierpark Gettorf entsprechend warm. Unseren Tieren geht es gut und alle sind wohl auf, muss ja auch einmal erwähnt werden.

Trotz des durchwachsenen Wetters kamen am Vormittag ein paar Besucher in den Tierpark. Erst gegen Nachmittag besserte sich das Wetter und damit auch die Anzahl der Gäste im Park.

Für uns war der Tag eher ruhig, wenige Tiere wollten hautnah betrachtet werden. So konnten auch unsere Tiere den Tag ruhig begehen. Zu unserer Überraschung war das Interesse an den Futtertieren sehr groß. Vor allem die Madagaskar Fauchschaben haben für große Neugier gesorgt. Diese Tiere fauchen tatsächlich, selbst dann, wenn man sie nur ganz leicht „anstuppst“. Dieses Phänomen haben sich nicht nur die kleinen Besucher gern vorführen lassen, nein auch die Erwachsenen. Wie gut, dass wir eine ganze Menge von ihnen mit dabeihaben. Denn auch diese Tiere sollen nicht unter der Ausstellung zu Schaden kommen.

Wir wollen es an dieser Stelle nicht versäumen, uns bei allen Spendern zu bedanken. Wir sind ein privater, als gemeinnützig eingestufter Verein, der diese Ausstellungen weitestgehend aus den Spenden finanzieren muss. Viele der Mitglieder, darunter vor Allem die Erwachsenen, haben sich für diese Zeit Urlaub genommen. Wir genießen die Zeit mit den Besuchern und unseren Tieren und sagen auf diesem Wege noch einmal danke für die zahlreichen Spenden.

Wie es weiter ging? Das lesen Sie in wenigen Tagen im Teil 3 von "Das war die Reptilienausstellung 2016 im Tierpark Gettorf". Den ersten Teil finden Sie hier: Das war die Reptilienausstellung 2016 im Tierpark Gettorf - Teil 1

© 07.05.2016
Matthias Wiesensee
Matthias Wiesensee
M.Sc. Wirtschaftsinformatik
JBL GmbH & Co. KG

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