Expedition 2006 - Südafrika und Malawisee

JBL Expedition 2006 - Südafrika und Malawisee

Forschung

Beschreibung der Versuche, eingesetzte Geräte und Forschungsergebnisse.

Wasseranalysen in Südafrika und am Malawisee

Material, Methoden und Ergebnisse:

  1. JBL Wassertests: pH, GH, KH, Mg, Ca, O₂, NH₄, NO₂, NO₃, PO₄
  2. JBL Präzisions-Aräometer
  3. JBL Präzisions-Thermometer
  4. WTW- Multimessgerät 340i für Leitfähigkeit, Sauerstoff, Temperatur und pH-Messung.
  5. GPS Bestimmungsgerät eTrex von GARMIN
  6. Wassertiefenbestimmung mit mares Tauchcomputer M1 RGBM
  7. Wassertemperaturbestimmung beim Tauchen mit mares Tauchcomputer M1 RGBM
  8. Probennahme unter Wasser: Eine, an der Oberfläche gefüllte 250 ml JBL Flasche, wurde mit in die Tiefe genommen, in der eine Wasserprobe entnommen werden sollte. Die Flasche wurde dort geöffnet, umgedreht und aus dem Reserve-Lungenautomaten (Oktopus) mit Luft befüllt, die das Wasser aus der Flasche gedrängt hat. Dann wurde die Flasche umgedreht und wieder mit Wasser befüllt. Eine Auswertung erfolgte maximal 30 Minuten später.
  9. Ergebnisse: Die Härtewerte zeigen deutlich, dass die Härte im mittleren Bereich liegt und nicht, wie viele Aquarianer glauben, im hohen Bereich! Die niedrige Leitfähigkeit spiegelt diese Situation ebenfalls wieder. Außerdem wird deutlich, dass Sodaquellen, die den See mit Natriumbicarbonathaltigem Wasser speist, die KH erhöht ohne die GH zu erhöhen. Das Resultat ist eine höhere Karbonathärte als Gesamthärte, da Natrium nicht zur Gesamthärte zählt (nur Mg und Ca).
  10. Fotos: Alle Fotos entstanden mit analogen Canon Spiegelreflexkameras (EOS 1V und EOS 3) in Carbon-Unterwassergehäusen von BS-Kinetics. Filme: Kodak Extra Colour 100 ASA. Als Blitzgeräte kamen Subtronic Mega zum Einsatz. Objektive: Canon EF 100 mm Makro USM, Canon EF 20-35 mm USM, Canon EF 28 mm 1:1,8 USM, Sigma 50 mm 1:2,8 Makro und Sigma 14 mm 1:3,5. Für verschiedene Brennweiten wurden entsprechende Front-Ports für die Unterwassergehäuse verwendet.

Wasseranalyse - Malawisee / Simbawe Rock, 20.09.2006, 16:20 Uhr

435 m ü. NN / S 13° 59.970 / E 34° 50.942

   1 m Tiefe  42 m Tiefe
 Temperatur  25° C  21° C
 KH  7° dKH  7° dKH
 GH  5,5° dGH  5° dGH
 pH  8,6  8,5
 Ammonium/Nitrit/Nitrat  0  0
 Sauerstoff in mg/l  8,0  7,5
 Calcium  nicht messbar   nicht messbar 
 Magnesium  nicht messbar   nicht messbar 
 Leitfähigkeit  243 µS/cm

Wasseranalyse - Südafrika / Aliwal Shoal, 10.09.2006, 15:30 Uhr

S 30° 16.641 / E 30° 45.546

 Temperatur  24° C
 KH  7° dKH
 pH  8,2
 Sauerstoff in mg/l  6
 Calcium  480 mg/l
 Magnesium  1200 mg/l
 Dichte  1,026
 Lichtmessung über Wasser, bewölkt  16.200 Lux

Wasseranalyse - Südafrika / Shark Alley 15.09.2006, 10:30 Uhr

S 34° 51 / E 19° 24

 Temperatur  13° C
 KH  7° dKH
 pH  8,2
 Ammonium/Nitrit/Nitrat  0 mg/l
 Sauerstoff in mg/l  6
 Calcium  460 mg/l
 Magnesium  1200 mg/l
 Dichte  1,024
 Leitfähigkeit  51,2 mS/cm 

Lichtmessungen in Südafrika und am Malawisee

Material, Methoden und Ergebnisse:

  1. Luxmeter von PCE Group: PCE-174
  2. UV-Messgerät von PCE Group: PCE-UV34
  3. UV-A 390 Filter von Hama
  4. GPS Bestimmungsgerät etrex von GARMIN
  5. Durchführung der Messungen:
    An Land wurde der Sensor der Messgeräte möglichst direkt in das Sonnenlicht gehalten, bis der höchste Wert auf dem Display angezeigt wurde. Unter Wasser wurde das Lux-Messgerät in ein wasserdichtes Videokamera-Gehäuse gesteckt. Der Lichtsensor befand sich direkt unter der Planglasscheibe, hinter der sich sonst das Objektiv der Videokamera befindet. Durch das transparente Gehäuse konnte das Display des Gerätes abgelesen werden. UV-Messungen: Der Sensor wurde solange im Licht bewegt und gedreht, bis ein möglichst hoher und stabiler Wert angezeigt wurde. Mit einem UV-A Filter, der alle Strahlung bis 390 nm wegfiltert, wurde die UV-A Strahlung abgefangen, so dass rechnerisch der UV-B Wert die Differenz ergab.
    Ergebnisse:
    In Kürze werden alle auf dem Markt befindlichen Terrarien-Röhren auf UV-Strahlung genau untersucht und mit den gemessenen Ergebnissen verglichen. Die Ergebnisse der Luxmessungen zeigen deutlich, dass die Wasseroberfläche fast 50 % des Lichtes reflektiert und so den Luxwert fast halbiert! Unter der Wasseroberfläche nimmt die Lichtintensität dann kontinuierlich ab. Für die Aquaristik relevant ist der Bereich bis 100 cm Tiefe.

Luxmessungen Malawisee, 20.09.2006, 15.45 Uhr

 Ort   Lux 
 direkt über der Wasseroberfläche  25.600 
 direkt unter der Wasseroberfläche  10.200 
 in 50 cm Wassertiefe  8.000 
 in 1 m Wassertiefe  7.600 
 in 2 m Wassertiefe  6.800 
 in 3 m Wassertiefe  6.800 
 in 4 m Wassertiefe   6.600 
 in 5 m Wassertiefe   6.200 

UV-Messungen (UV-A & UV-B) Südafrika, 20.09.2006

 morgens 8:30 0,33 
11:40 Uhr in der Sonne 1,63 
 Blatt vorgehalten 0,66 
 in der Sonne 4,22 
 Schatten 0,50 
 UV-Filter (390 nm) vorgehalten in Sonne  2,00 

UV-Messungen (UV-A & UV-B) Malawi, 22.09.2006

8:30 Uhr
S 13° 59.970 / E 34° 50.942
435 m ü. NN
Klarer wolkenloser Himmel

 In der Sonne 4,25 
 UV-A (390 nm) Filter vorgehalten 2,13 
 Blatt vorgehalten 0,66 

Fütterungsversuche unter Wasser

Bei Tauchgängen in den Riffen bei Aliwal Shoal und Protea Banks nahmen die Taucher JBL MariPearls 250 ml Dosen, die an der Wasseroberfläche mit Wasser gefüllt wurden, mit in die Tiefe. Bei Fischansammlungen wurden die Dosen geöffnet und den Fischen das Granulat angeboten. Im Malawisee wurde in 10 m Tiefe JBL NovoRift (250 ml) und JBL NovoGranoMix (250 ml) gefüttert. Die Dosen wurden an der Wasseroberfläche mit Wasser gefüllt und in der Tiefe wieder geöffnet.

Fütterungsversuche unter Wasser - Ergebnisse

Indischer Ozean: Fahnenbarsche und Schmetterlingsfische zählen nach wie vor zu den „schwierigen“ Kandidaten. Ihre natürliche Ernährung ist so speziell (Plankton bzw. Korallenpolypen), dass eine Gewöhnung an Ersatzfutter erst nach längerer Gewöhnung möglich ist. Alle! anderen Fischarten nahmen das JBL Futter sofort an, obwohl in diesem Riff wegen der vielen Haie vorher noch nie gefüttert wurde. Malawisee: Es konnte beobachtet werden, dass die Cichliden Futter mit Fischfleischanteil dem „Grünfutter“ vorziehen. Dies ist aber auch nicht verwunderlich. Fischfleisch ist Mangelware für die Aufwuchsfresser und wird von ihnen als Leckerbissen betrachtet. Der Algenaufwuchs steht praktisch unbegrenzt zur Verfügung und daher übt Grünfutter keine große Anziehungskraft auf die Fische aus.

Luftfeuchtigkeits- und Temperaturmessungen an Land

Mit dem JBL TerraControl Hygrometer und Thermometer wurde die relative Luftfeuchtigkeit und die Temperatur im Schatten bestimmt. Um die Messungen auch nachts durchzuführen, wurde eine Kamera (Canon 30D) mit einem Canon Fernauslöser (TC 80 N3) verbunden, der alle 2 Stunden ein Foto ausgelöst hat. Um die Bilder einer Uhrzeit zuordnen zu können wurde eine Armbanduhr mitfotografiert. Wie schon bei Messungen im amazonischen Regenwald ist der Unterschied zwischen Tag und Nacht relevant. Für die Haltung von Terrarientieren sollte dies immer berücksichtigt werden.

Uhrzeit  rel. Luftfeuchigkeit in %   Temperatur in °C 
07:43 52  22 
11:38 34  29 
17:42 39  27 
18:42 39,5  27 
19:42 40,5  26 
20:42 40,5  26 
21:30 40,5  25 
23:30 40,5  25 

Luftfeuchtigkeitsmessungen - Hluhluwe Natur Reservat, 13.09.2006

Uhrzeit  rel. Luftfeuchtigkeit in %   Temperatur in °C 
 morgens: 07:00  76  18 
 mittags: 11:30  41  33 
 abends:17:50  67  19 

Hai-Schule

Die weltweit anerkannten Haispezialisten Andy Cobb und Dr. Erich Ritter hielten Vorträge für das JBL Team. Andy Cobb lebt in Durban und taucht gilt als erfahrendster Haispezialist für Sandtigerhaie. Um Sandtigerhaie in Ruhe beobachten zu können, ist es wichtig, sich den Tieren nicht aktiv zu nähern, sondern zu warten, bis die Haie ihre Schwimmkreise erweitern und sich den Tauchern nähern. Dies konnte später bei den Tauchgängen in Aliwal Shoal bestätigt werden. Dr. Erich Ritter bereitete das Team auf die Begegnungen mit den Großen Weißen Haien vor und referierte zum Thema Körpersprache der Haie. In über 6000 Begegnungen mit Haien hat Dr. Erich Ritter sich ein enormes Wissen über Haie zugelegt und gibt dieses mit Humor und Verstand an interessierte Menschen weiter. Aufschlussreich waren Beobachtungen an Weißen Haien durch Erich Ritter, dass sogar diese Haie kein Geflügel mögen. Eine Möwe wurde nach kurzem Kauen wieder ausgespuckt! Die Regel: Fisch frisst Fisch, gilt eben nicht nur für Aquarienfische.