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Ein Schwerpunkt sollte die Suche nach Diskus im Rio Nanay sein. Der Rio Nanay ist ein Schwarzwasserfluss, aber leider trübe: 28-32 °C, Leitfähigkeit zwischen 4 und 7 µS/cm, einem pH-Wert von 5-6, keiner messbaren Karbonathärte und einer Gesamthärte von 1-2 °dGH. Seine Strömungsgeschwindigkeit ist unterschiedlich, liegt aber oft bei nur 0,44 m/s.
Spannend sind die unterschiedlichen Wasserwerte zwischen diesem Schwarzwasserfluss und dem Amazonas. Schwarzwasserflüsse entspringen im Tieflandregenwald und führen so viel organische Materie mit sich, dass die Menge an Huminstoffen die Wasserfarbe braun-teefarben erscheinen lässt. Weißwasserflüsse wie der Amazonas entspringen meist im Gebirge, in diesem Fall in den Anden, und führen viele Mineralstoffe mit sich. Dadurch erscheint die Wasserfarbe weißlich. Der Amazonas bei Iquitos, VOR dem Zufluss des Rio Nanay besaß folgende Wasserwerte: 30,5 °C an der Oberfläche, 226 µS/cm, Gesamthärte und Karbonathärte mit 5° gleich hoch, pH-Wert um 7,0 und einen Sauerstoffgehalt von 10 mg/l. Eine kurze Ausfahrt auf den Amazonas für Wasseranalysen nutzten einige Teilnehmer, um im größten Fluss der Welt mit knapp 7.000 km, ein kurzes Bad zu nehmen. Es ist schon manchmal emotional, an einem bestimmten Ort zu sein!
Durch viele Schwarzwasserzuflüsse ändert sich die Wasserzusammensetzung des Amzonas in seinem weiteren Verlauf. Bei Manaus, bevor er sich mit dem Rio Negro vereinigt, sinkt seine Leitfähigkeit um 143 µS/cm auf 83 µS/cm. Die Wassertemperatur sinkt ebenfalls: Nur noch 27,9 statt 30,5 °C. Die KH sinkt auf 2 °dKH und der pH-Wert nur geringfügig auf 6,5.
The confluence of the Rio Negro and the Solimões, feeding into the Amazon near Manaus
Schwarzwasserflüsse können bräunlich, aber kristallklar sein. Sie können aber auch durch Sedimente und Einspülungen ihrer Zuflüsse trübe sein. Dies ist beim Rio Nanay der Fall. Erst in einigen kleinen Zuflüssen ist das Wasser halbwegs klar, so dass sich Schnorcheln mit Unterwasserbeobachtungen lohnt.
Im Rio Nanay leben Grüne Diskus (Symphysodon tarzoo), eine von drei Diskusarten, deren Lebensraum die drei Teams untersuchen wollten. Neben den Wasserwerten interessierte auch, welche anderen Fische zusammen mit den Diskus im gleichen Lebensraum leben. Da Unterwasserbeobachtungen wegen des trüben Wassers nicht möglich waren, blieb nur der Netzfang übrig. Und es ist ein einzigartiges Erlebnis, wenn dann nach einigen Versuchen, endlich Diskus im Netz landen!
Die Wasserwerte an der Diskusfangstelle unterschieden sich nicht von den oben angegebenen Werten des Rio Nanay. Um in die Regionen der Diskus zu gelangen, war eine Übernachtungsfahrt nötig. Von Iquitos ging es per Boot viele Stunden den Rio Nanay flussaufwärts zum Indigenen-Dorf San Martin (GPS -3.866613 -73.457435), wo auch unter einfachen Bedingungen übernachtet wurde. Neben dem Dorf gab es einen kleinen Bachlauf, der sich ebenfalls zum Fischfang eignete und ganz andere Wasserwerte als der Rio Nanay zeigte: 28 °C, 35 µS/cm, GH & KH 0 °, pH 5-6. Die Strömungsgeschwindigkeit lag bei 0,7-1,0 m/s, also mindestens doppelt so hoch, wie im Rio Nanay, in den der Bach mündete.
Die Indigenen boten den Teams an, mit ihnen nachts zwei Stunden durch den Dschungel zu streifen, um nach Tieren Ausschau zu halten. Ein Erlebnis der ganz besonderen Art! Im Schein der Taschenlampen wurden diverse Tierarten entdeckt, an denen man tagsüber mit Sicherheit vorbeigelaufen wäre. Der Strahl der Lampe lässt den Blick viel stärker fokussieren und auch die kleinsten Krabbeltiere entdecken.
Das Ganze ist nicht ungefährlich, da auch Schlangen manchmal sehr spät entdeckt werden. Man sollte sich im Klaren sein, dass der Biss einer wirklich giftigen Art zum Tod führen könnte. Der nächste Ort ist mit dem Boot/Auto vier Fahrstunden entfernt und es nicht gesichert, dass dort ein Gegengift vorhanden ist. Es kommt zwar auch darauf an, wo der Biss platziert wurde (Herznähe oder Bein), wie viel Gift injiziert wurde und um welche Schlangenart es sich genau gehandelt hat. Die Natur ist nun mal kein Zoo und eine gesunde Vorsicht macht wirklich Sinn.
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