JBL Expeditionen rund um die Welt

In die Heimat unserer Aquarien- und Terrarienbewohner

Um Informationen über Aquarienfische und Terrarientiere aus erster Hand zu bekommen, veranstaltet das JBL Forschungsteam regelmäßig Expeditionen in die Heimatgebiete der Tiere. Dort werden Biotopuntersuchungen direkt vor Ort durchgeführt und deren Ergebnisse für die Entwicklung der JBL Produkte verwendet.

Sobald die Details zu einer JBL Expedition feststehen, sind sie auf der JBL Homepage zu finden. Dann heißt es anmelden – und mit etwas Glück dabei sein!

Wer kann an JBL Expeditionen teilnehmen?

Jeder Naturfreund, der körperlich fit und mindestens 18 Jahre (bei Reiseantritt) alt ist, kann dabei sein. Um die Kommunikation innerhalb der Gruppe nicht auf Körpersprache zu beschränken, helfen deutsche oder englische Sprachkenntnisse. Körperliche Fitness hilft, die manchmal hohen tropischen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten besser zu vertragen.

Mehr dazu finden Sie hier: Voraussetzungen für die Teilnahme an einer JBL Expedition

Wie wird eine Expedition geplant?

Expeditionsleiter Heiko Blessin erklärt wie es von einer Idee zur fertigen Expedition kommt und welche Gedanken er sich hierbei macht: So entsteht die nächste JBL Expedition

Expedition 2001

Sulawesi, Indonesien

Als die heute beliebten Sulawesi-Garnelen noch nicht populär waren, führte die erste JBL Expedition auf die Insel im Indopazifik. Ganz im Norden der Insel liegt die Stadt Manado, in deren Nähe der Ausgangspunkt für die Aktivitäten gewählt wurde.

Erstes Ziel war Meerwasserforschung im Bunaken-Nationalpark, dessen Korallenriffe zu den schönsten und artenreichsten der Welt zählen. Auf dieser ersten Expedition war das Ziel, alle Wasserparameter des Meerwassers vor Ort zu bestimmen. Zweites Ziel waren Süßwasserseen, die bezüglich Wasserwerte und Fischfauna untersucht werden sollten

Weiterlesen: Expedition 2001 Manado & Sulawesi

Expedition 2002

Sri Lanka & Malediven

Wir versuchen auf Expeditionen immer die beiden Bereiche Süßwasser und Meerwasser abzudecken. Da das Meer bei Sri Lanka innerhalb von Stunden sehr trübe werden kann, haben wir dort nur den Regenwald- und Süßwasserteil durchgeführt und sind dann auf die nahe gelegenen Malediven geflogen, um das Korallenwachstum in der Natur zu messen. Durch das El Niño Phänomen tötete die hohe Meerwassertemperatur von 36 °C im Jahr 1998 alle Korallen bis in eine Tiefe von etwa 8 m ab. So konnten wir 4 Jahre später das Wachstum exakt ermitteln und feststellen, dass Steinkorallen unter optimalen Bedingungen im Aquarium schneller wachsen.

Weiterlesen: Expedition 2002 Sri Lanka und Malediven

Expedition 2004

Franz. Guyana & Karibik

Französisch Guyana bietet die Möglichkeit, tief in den Regenwald einzudringen und dennoch sicher direkt in der Natur zu übernachten. Dies ist nicht überall in Südamerika der Fall. So konnten wir einige Tage und Nächte direkt an einem Flusslauf im amazonischen Tiefland verbringen und 24-Stunden-Verläufe von Temperatur und Luftfeuchtigkeit aufzeichnen. Erstaunlicherweise sanken die Lufttemperaturen bis auf 22 °C. In der Karibik hatten wir unerwartet die Chance, einen Hurrikan mit seinen Folgen für die Riffe live mitzuerleben. Hurrikan Jeanne entwickelte sich direkt bei uns von einem Tropensturm zu einem Hurrikan und zauberte unserem Team auf dem Tauchschiff ein nettes JBL Grün ins Gesicht. Wir konnten beobachten, wie die obersten Riffabschnitte durch den Sturm direkt, aber auch indirekt durch entwurzelte Bäume, die im Meer trieben, beschädigt wurden. Ein berühmter Meeresbiologe sagte einmal: „Erst, wenn ein Riffdach beschädigt wird, kann es weiter wachsen.“ Diese sehr provokante Aussage ist in der Tat nicht falsch, gibt aber natürlich keinen Freibrief für das Beschädigen eines Riffs durch Menschen!

Weiterlesen: Expedition 2004 Französisch Guyana & Karibik

Workshop 2005

Rotes Meer, Ägypten

80 Personen reisten mit dem JBL Forschungsteam nach Marsa Shagra, um Meerwasserforschung unter wissenschaftlicher Anleitung direkt im Riff durchzuführen. Haiforscher, Dr. Erich Ritter, kam extra aus Florida angereist, um allen Teilnehmern einen Vortrag über die Körpersprache der Haie zu halten. Am folgenden Tag konnten die Gerätetaucher das Erlernte direkt am Elphinstone Riff mit Weißspitzenhochseehaien ausprobieren. Ziel der Wasseranalysen war unter anderem, festzustellen, ob sich die Wasserwerte des Meeres in verschiedenen Bereichen unterscheiden. Dafür wurden Wasserproben aus Strandnähe, von der Oberfläche sowie aus 30 Metern Tiefe und von küstenfernen Riffen genommen und analysiert.

Weiterlesen: Workshop Rotes Meer

Expedition 2006

Südafrika & Malawisee

Vor der südafrikanischen Ostküste liegt das größte südlichste Korallenriff der Welt. Wir konnten feststellen, dass die Wassertemperaturen hier mit 17 °C tiefer liegen als die Literatur es als Minimumwert für Korallenriffe angibt (20 °C). Die berühmtesten Haiforscher der Welt waren mit uns zusammen vor Ort und so konnten wir von Dr. Erich Ritter, Andre Hartmann und Andy Cobb persönlich Vorträge zu den verschiedenen Haiarten hören. Alle diese Haie sahen wir dann bei Tauchgängen und aus dem Käfig heraus in ihrer natürlichen Umgebung. Hier entstand auch die Freundschaft mit der Hai-Schutzorganisation SharkProject, die seitdem von JBL unterstützt wird.

Im Malawisee waren neben Wasseranalysen Fütterungsversuche bei frisch gefangenen Cichliden in der Exportstation von Stuart Grant und direkt unter Wasser unser Ziel. Wir sahen, dass Aufwuchsfresser wie Pseudotropheus fleischliches Futter bevorzugen, wenn es ihnen angeboten wird. Interessant war auch, dass Grünalgen nur bis in 50 cm Wassertiefe zu finden sind und darunter Blau- sowie Kieselalgen vorherrschen, die somit die Hauptnahrung der Aufwuchs fressenden Buntbarsche bilden.

Weiterlesen: Expedition 2006 - Südafrika und Malawisee

Workshop 2007

Negros, Philippinen

Durch die Freundschaft zu Georg, dem Besitzer zweier Lodges auf den Philippinen, war es möglich, den Workshoppreis unter 1.000,- € zu halten. Eine Woche lang analysierten, beobachteten und experimentierten 82 Teilnehmer im Meer und im Regenwald der Insel Negros. Unvergessen war für einige Teilnehmer ihre Fahrt in den Regenwald, der seinem Namen alle Ehre machte. Ein normaler tropischer Regenguss ließ die Wasserstände der Bäche so stark anschwellen, dass die Brücken unter Wasser standen und somit die Weiterfahrt für Stunden nicht mehr möglich war. Besonders eindrucksvoll war die Unterwasserfauna bei Apo-Island. Die Korallenformationen und Farben gehörten zu den Schönsten, die auch die erfahrenen Taucher je gesehen hatten.

Weiterlesen: Workshop Philippinen

Expedition 2009

Amazonien - Pantanal, Brasilien

Eine Woche lang befuhren wir den Schwarzwasserfluss Rio Negro mit seinen klaren Nebenflüssen, bevor wir bei Manaus auf den Amazonas trafen. Wir untersuchten das lebensfeindliche Schwarzwasser, dessen Härte nicht messbar war und dessen pH-Wert bei 4 lag. In diesem Wasser konnten wir mit einem Planktonnetz praktisch kein lebendes Plankton fangen. Nur die Flussdelfine und die Roten Neon fühlten sich in diesem Wasser scheinbar wohl.

Nach dem trüben Weißwasser des Amazonas und des teefarbenen Wassers des Rio Negros reisten wir weiter in die Klarwasserflüsse des Pantanals. Hier konnten wir Fische bei über 50 m Sichtweite unter Wasser wie in einem Aquarium beobachten. Höhepunkte waren sicherlich Begegnungen mit Piranhas und Süßwasserrochen.

Weiterlesen: Expedition Brasilien

Workshop 2010

Tansania & Tanganjikasee

76 Teilnehmer nutzen die Möglichkeit, verschiedenste afrikanische Lebensräume in 13 Tagen kennen zu lernen. Regenwald, Trockenwald, Savanne, Steppe, Berge, Bäche sowie Seen und zum Abschluss der Tanganjikasee standen auf dem Programm. Cichlidenspezialist, Dr. Stefan Koblmüller, konnte in einem Bachlauf beim Mt. Meru zusammen mit anderen Teilnehmern eine, als ausgestorben geltende Cichlidenart lebend fangen und bestimmen. Speziell die Terrarienfreunde konnten erstmals mit Lasermessgeräten Oberflächentemperaturen von Steinen und Holz messen, um den Tieren in der Gefangenschaft die richtigen Bedingungen zu bieten.

Highlight war sicher auch der Tanganjikasee, der schon im Uferbereich fast alle Buntbarsche zeigte, die aus den Aquarien bekannt waren. Die Gerätetaucher hatten dann noch die Chance, Cyphotilapia frontosa in ihrem natürlichen Lebensraum in 20 bis 45 m Tiefe zu beobachten. Eine echte Herausforderung war die Logistik für diesen Workshop: Beginnend bei der Organisation eines Flugzeuges, in das alle Teilnehmer mit Gepäck passten (frisch gekaufte, unlackierte Boing der Air Tansania) bis hin zum LKW Transport der Pressluftflaschen quer durch Tansania vom Kilimandscharo zum Tanganjikasee.

Weiterlesen: Workshop Tansania

Expedition 2012

Mittelamerika & Galapagos

In Costa Rica mussten wir lernen, dass es schwieriger ist, die berühmten Rotaugenfrösche zu finden, als man sich vorstellen kann. Wir waren genau an dem Flusslauf, an dem sie leben, wir konnten sie hören, aber auch nach mehreren Stunden nächtlichen Suchens nicht finden!

Auf der Suche nach dem Blinden Höhlensalmler tauchten wir tief in die mexikanischen Cenoten hinein. Die längsten Höhlensysteme der Welt mit einigen hundert Kilometern Länge gehören zu den faszinierendsten Biotopen, die wir je gesehen haben.

Im Nicaraguasee konnten wir Garnelen nachweisen, auch wenn sie nicht so hübsch waren, wie die aus Sulawesi.

Krönender Abschluss war ein Besuch der Galapagosinseln im Pazifik. Diese außergewöhnlichen Inseln, die schon Charles Darwin zu seiner Evolutionstheorie inspirierten, boten für jeden Naturinteressierten emotionale Erlebnisse pur. Angefangen beim Beobachten der Riesenschildkröten, über einzigartige Meeresleguane bis zu Hammerhaien und Mantas waren die Tage gefüllt mit Naturerlebnissen. Auch wenn sie aquaristisch nicht wirklich relevant waren, so schufen sie doch eine Begeisterung für den Erhalt der Natur, wie es intensiver kaum möglich ist.

Weiterlesen: Expedition Mittelamerika & Galapagos

Workshop 2013

Vietnam

70 Naturbegeisterte hatten 10 Tage Zeit, die Region um Nha Trang im Regenwald, der Wüste und den vorgelagerten Korallenriffen zu erforschen. Klare Bergflüsse mit Grundeln und Schmerlen, Wasserfälle mit Flossensaugern und Dschungel mit vielen interessanten Schlangen begeisterten alle. Das gefährlichste waren die rutschigen Steine in den Flussläufen, die bewältigt werden mussten, um tiefer in die Natur einzudringen. Aber es hat sich gelohnt: Intensives Erleben der Natur, umfangreiche Biotopdaten und erstmals Strömungsmessungen gab es als Belohnung.

Weiterlesen: Workshop Vietnam

Expedition 2015

Kalifornien, Südsee & Australien

In 18 Tagen um die Welt - Auch wenn in Jule Vernes Roman die beiden Hauptfiguren für die Reise um die Welt 80 Tage benötigten, so sind auch in 18 Tagen unglaublich viele Beobachtungen an Tieren, Messungen und natürlich auch Erlebnisse möglich. Das 14-köpfige JBL Forschungsteam besuchte einen Tag lang die Insel Catalina vor Los Angeles in Kalifornien, 2 Tage lang Moorea in der Südsee, 12 Tage lang verschiedene Regionen Australiens und zum Abschluss die Wüste bei Dubai.

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Expedition 2016

Venezuela / Südamerika

Noch nie war es vor einer der vergangenen 12 JBL Expeditionen so knapp davor, dass wir alles absagen mussten! Das Land Venezuela versinkt im Chaos, die Stadt Maturin auf unserer Reise gilt als viert-gefährlichste Stadt der Welt und dann kam auch noch das Zika-Virus! So erhielten wir einige nachträgliche Stornierungen von Teilnehmern, denen wir zugesagt hatten. Nach Rücksprache mit unseren Organisatoren vor Ort stellte sich heraus, dass wir wegen der Reiseroute und Gruppengröße nicht in Gefahr wären. So ließen wir Interessenten nachrücken und am 6. April 2016 ging es mit 50 Personen über Caracas und Maturin in das Flussdelta des Orinocos, dem zweitgrößten Fluss Südamerikas mit über 2.000 km Länge. Bei Nacht und einem unglaublichem Sternenhimmel ging es mit Booten durch den Dschungel zur Orinoco Eco Lodge, die auf Pfählen in das sumpfige Ufer eines Nebenflusses im Delta gebaut war. Das First Class Hotel besaß einige Hängematten und Palmendächer mit Matratzen unter Moskitonetzen. Dafür aber keine Türen und Fenster. Genau das Richtige für die Sammlung naturverrückter Teilnehmer, die aus vielen europäischen Ländern dabei waren.

Unsere Planung für die Teilnehmer sah so aus, dass es sechs kleine Teams gab, die an verschiedene Orte mit den Booten fuhren und dann vor Ort schnorcheln, beobachten und Biotopdaten ermitteln sollten. An drei Tagen rotierten die Teams alle Plätze durch, so dass jeder an jedem Ort gewesen war. Nur morgens und abends sah sich die ganze Bande beim Essen und bei Vorträgen, die Dr. Wolfgang Staeck und Andreas Tanke hielten.

Weiterlesen: Expedition 2016 Venezuela

Ankündigung: Expedition 2018

Indischer Ozean

Diese 16-tägige Expedition führt uns zu den Traumzielen im oder am Indischen Ozean. Die beste Reisezeit für die vier Ziele dieser Expedition wird der Oktober sein. Da keine Hängemattennächte direkt im Dschungel möglich sind, ist die Reise auch für Nicht-Spinnen-Fans geeignet.

Jetzt mehr erfahren: Expedition Indischer Ozean

© 23.08.2017
Heiko Blessin
Heiko Blessin
Dipl.-Biologe
JBL GmbH & Co. KG

Tauchen, Fotografie, Aquaristik, Haie, Motorrad

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