JBL Expedition Peru – 09.09.-25.09.2025

09.09.2025

Von Tag zu Tag stieg die Anspannung und Vorfreude auf diese außergewöhnliche Reise. Los ging es mit dem Zug nach Düsseldorf an den Flughafen, wo ich bereits auf die erste Mitreisende traf. Mit vier Weiteren flogen wir von Düsseldorf nach Madrid.

10.09.2025

In Madrid trafen wir auf den JBL Expeditionsleiter, Heiko Blessin, und den JBL Geschäftsführer, Roland Böhme, sowie alle anderen Teilnehmer und flogen gemeinsam über Lima nach Iquitos. Nach dem knapp 12 Stunden langen und beinahe schlaflosen (ich bewundere die Menschen, die immer und überall schlafen können) Flug in der Economy-Class waren wir alle sehr froh, wieder Boden unter den Füßen zu haben und uns bewegen zu können.

Nach unserer Ankunft in Iquitos, fuhr ich mit 10 weiteren Teilnehmern mit dem peruanischen „Tuk Tuk“ zum Amazonas. Irgendwie hatte es sich ergeben, dass ich alleine in diesem „Gefährt“ saß, es passten immer zwei bis drei Personen in ein solches Mototaxi - vielleicht war ich nicht schnell genug gewesen, mich jemandem anzuschließen. 😉 

So gerade in diesem doch fremden Land angekommen, bekam ich es ein wenig mit der Angst zu tun, wann und wo ich die anderen wiedersehen würde. Diese hatten das aber wohl irgendwann bemerkt, dass ich abhandengekommen war und warteten auf meinen Fahrer. So waren wir glücklicherweise wieder alle zusammen.

In einer kleinen Gruppe (acht Personen) liefen wir ein Stück den Amazonas entlang. Dank Kay haben wir da schon viele Fische sehen können. Das war ein emotionaler Moment, sich vorzustellen und zu erleben, dass die von uns in Aquarien gepflegten Fische hier in ihren natürlichen Gewässern zu finden waren. 

Für den Rückweg habe ich mir beruhigenderweise das Tuk Tuk mit Jan geteilt. Nun erfuhren wir in der Praxis, warum der Regenwald Regenwald heißt. Es hat so doll geregnet, dass wir alle völlig durchnässt waren.

Zum Tagesabschluss gingen wir gemeinsam essen – es war ein wirklich toller erster Tag!

11.09.2025

Ob durch die Zeitverschiebung oder die ungewohnten Geräusche, ich wurde um 04.45 Uhr wach. Meine „Mitbewohnerinnen“ (man teilt sich immer ein Zimmer mit 1-3 Personen) Uta und Nancy wachten auch bald auf und wir gingen raus, um nach Tieren zu suchen. Wir waren sehr gespannt, was wir finden würden.

Später ging es auf den Markt in Iquitos. Das ist sehr beeindruckend, aber auch sehr traurig. Es wurden viele Tiere zum Verzehr angeboten, die wir lieber in der Natur sehen: Kaimane, Schildkröten, Welse und viele weitere Fischarten. 

Auch der anschließende Besuch beim Fischexporteur war sehr interessant, aber hier gilt das Gleiche: Ich sah mir die Fische lieber in freier Natur an und freute mich schon wieder auf unsere Bootstour auf dem Amazonas. Das war unglaublich, auf diesem großen und bedeutenden Fluss unterwegs zu sein. Was für ein Erlebnis!

12.09.2025

Mit dem Boot ging es rüber zu dem Dorf, in dem wir auch übernachten sollten. Die Pause verbrachten wir auf einer Sandbank, auf der wir von den einheimischen Frauen bekocht wurden. Auf einer Drei-Flammen-Platte (die mit dem Boot mitgebracht wurde) bereiteten sie Reis zu und der Fisch wurde auf einem kleinen Feuer auf dem Boden gegrillt. Da wird einem sehr bewusst, von welchem Luxus wir umgeben sind und wie weit entfernt wir doch von der Natur leben. Da kann man fast philosophisch werden und sich fragen, was wir Menschen tatsächlich zum Leben brauchen.

Während die Einen das Wasser des Rio Nanay testeten, beobachteten und fingen wir Anderen die Fische, um diese zu bestimmen. 

Nicht bedacht hatte ich die starke Sonneneinstrahlung, und ich zog mir einen sehr üblen Sonnenbrand zu. Völlig falsch hatte ich auch meinen Rucksack gepackt: Es war viel zu viel eingepackt und die wichtigen Dinge fehlten. Man lernt doch nie aus!

Unsere Nachtwanderung war richtig toll, ich hatte eine Schlange und einen kleinen Frosch entdeckt. Da freut man sich wie ein „Froschkönig“ 😊 Die Spannung ist schwierig zu vermitteln. Wer von uns macht schon in seiner Heimat eine Nachtwanderung? Und hier im Regenwald galt es so vieles zu entdecken, das ist ein unbeschreiblich schönes und aufregendes Gefühl. Wie gut, dass ich nicht erneut den Anschluss an die anderen verloren hatte, vor lauter gucken.

13.09.2025

Nach dem Frühstück, das aus Maisknödeln und Eiern bestand, liefen wir noch eine große Runde durch den Regenwald. Geplant war eigentlich eine kleine, aber unser junger Guide hatte sich wohl irgendwie verlaufen und musste sogar die Hilfe eines zweiten Guides in Anspruch nehmen. Diese Tour war kein Sonntagspaziergang, denn durch den nächtlichen Regen waren die ursprünglichen Wege zu kleinen Bächen geworden, in denen man bis zum Knie einsank. Entlohnt wurden wir durch das Finden von Stabschrecken, verschiedener Raupen (z. T. giftig), Spinnen, Früchten usw.

Die Bootsfahrt zurück war wieder sehr schön. Obwohl man nur das Wasser und den Bewuchs am Flussufer sieht, war es noch einmal ein unglaubliches Gefühl, mit dem Boot auf diesem bedeutenden Fluss zu fahren und die sehr speziellen Wasserwerte zu messen.

Zwei Teilnehmer hatten sogar zwei Diskus gefangen, die sie sich nach Hause schicken lassen wollten.

Diesen ereignisreichen Tag haben wir mit einem sehr leckeren Essen (man ist erstaunt, was alles angeboten wird) ausklingen lassen. Insgesamt waren wir alle sehr erstaunt, was für tolle Unterkünfte und welche Essensauswahl es gab.

14.09.2025

Heute ging es mit dem Flieger weiter nach Tarapoto, wo wir in einem wunderbaren Hotel eincheckten und uns erst einmal ein ausgiebiges Frühstück schmecken ließen, bevor es zur Besichtigung des URKU Centers ging. 

Das Center dient als Tier-Auffangstation für Beschlagnahmungen aus illegalen Tiertransporten und als Bildungsstätte für Peruaner, um sie mit dem Thema Naturschutz in Berührung zu bringen. Zu sehen gab es Tapir, Ozelot, Frösche und eine Aquarienausstellung.

15.09.2025

Heute stand die Fahrt zu den Aguas Claras an, wo der Name schon Programm war. Nach einem ausgiebigen Frühstück um 06:00 Uhr, startete die Fahrt mit dem Bus um 07:00 Uhr. 

Unterbrochen von einer längeren Kaffeepause in Moyobamba (bei der ein paar der Teilnehmer Ameisenschnaps probierten – gewöhnungsbedürftig, denn in dem Schnaps befanden sich tatsächlich große Ameisen!) erreichten wir unser Ziel um 13:00 Uhr. 

Puh, eine ganz schön lange Fahrt! Schnell wurden wir aber beim Schnorcheln und Herumlaufen entschädigt, wir sahen sehr viele verschiedene Schmetterlinge und Libellen, bunte Käfer, Blattschneiderameisen usw.. Die Zeit verging wie im Flug und um 15:30 Uhr ging es schon wieder zurück. Um 20:00 Uhr erreichten wir unser Hotel.

16.09.2025

Wieder früh aufstehen. Um 07:00 Uhr machten wir uns auf die Suche nach Fröschen. Dank einer sehr interessanten Führung konnten wir auch viele Frösche sehen. Außerdem fand ich eine rote Stabschrecke und quallenähnlich aussehende, kleine weiße Pilze.

Im Anschluss brachen wir auf zu einer Wasserfalltour. 

Wir fuhren durch eine unglaublich schöne Landschaft zu den zwei Wasserfällen: Sabaloyacu 1 und Sabaloyacu 2.

19:00 Uhr brachen wir auf zum Night-Walk und konnten interessante, z. T. sehr farbige Spinnen (auch Vogelspinnen), Schlangen, Zikaden, Gehäuseschnecken und Frösche beobachten. Es ist interessant, wie sich anfängliche Scheu bzw. Unsicherheiten gegenüber den Tieren wandelt in Freude und Faszination.

17.09.2025

Heute würden wir auf einer Sandbank am Rio Huallaga, der umsäumt ist von Felsen und Bäumen, übernachten! Das Boot brachte uns hin und unser Mittagessen wurde von Musik der Indigenen begleitet. Wir kamen wieder zu einem Wasserfall, wo die unterschiedlichen Temperaturen erstaunlich waren. Direkt unter dem Wasserfall konnten wir nicht stehen, das Wasser war hier viel zu heiß.

Dann ging es ans Zelte-Aufbauen. Die Indigenen bereiteten zwischenzeitlich ein Lagerfeuer vor und spielten Musik mit Trommeln und Flöten. Später tanzten wir zu ihrer Musik um das Lagerfeuer, was sehr witzig war. 

18.09.2025

In einem Zelt hatte ich lange nicht geschlafen (!) und musste dieses mit einer Springspinne und Heuschrecke teilen. Ich schlief trotzdem gut. 

Das Frühstück fiel wider Erwarten großzügig aus: Kartoffeln, Eier, Brot, gekochte Bananen mit getrocknetem Fisch (sehr gewöhnungsbedürftig!) Nach dem Frühstück am Lagerfeuer mussten die Zelte wieder abgebaut werden. Hiernach konnten wir im Schwarzwasser schnorcheln. Anders als der Name vermuten lässt, ist das Wasser sehr klar. Als ich mit Jan zusammen auf einem Baumstamm saß, verirrte sich eine kleine, schöne Spinne zu uns. 

Vor der Reise wäre eine Zeltübernachtung mit „tierischen Gästen“ und Spinnen mit direktem Körperkontakt schwierig gewesen.

Bei den Indigenen gab es dann noch Mittagessen und wir staunten wie schon bei der ersten Dschungelübernachtung, mit welch einfachen Mitteln diese Menschen klarkommen. Man landet schnell wieder auf den Füßen und überdenkt, wie gut es uns in unseren Heimatländern geht und wie einfach die Menschen hier leben!

Kurzer Zwischenstopp in einer Kakaomanufaktur:

Im Hotel angekommen, ging es eine Runde in den Pool und dann an’s Tasche packen.

19.09.2025

Nach einem kurzen Frühstück fuhren wir zum Flughafen in Tarapoto für den Flug über Lima nach Cusco. In Cusco angekommen, sahen wir uns diese schöne Stadt an, aßen zu Mittag, bevor es mit dem Bus weiterging ins Heilige Tal. Trotz der Höhe in Cusco von 3.400 Metern, hatte ich glücklicherweise keine Probleme, andere kämpften mit Kurzatmigkeit und Kopfschmerzen.

Im Heiligen Tal checkten wir nur noch im Hotel ein und gingen in kleinen Gruppen zum Essen.

20.09.2025

Wir waren um 11:00 Uhr verabredet für die Zugfahrt nach Aguas Calientes, das wir nach einer Fahrt durch eine sehr beeindruckende Landschaft entlang des Flusses Urubamba – zwischen hohen Bergen gelegen – gegen 13:30 Uhr erreichten. 

Nach dem Check-In im Hotel liefen wir zu acht zu einem höher gelegenen Wasserfall, was sehr anstrengend war, aber es hatte sich gelohnt. 

Unten wieder gut angekommen, gingen wir lecker essen. 

Um 19:00 Uhr besprachen wir noch den morgigen Tag.

21.09.2025

Wir starteten bereits um 06:00 Uhr für die Hochfahrt zu den Ruinen von Machu Picchu, die auf einer Höhe von 2.400 Metern liegen. Bei den Bussen angekommen, wartete schon eine riesige Schlange, um zu den Ruinen zu fahren und wir mussten entsprechend lange warten, bis wir einsteigen konnten. 

Als wir die Ruinen erreichten, lagen diese noch z. T. im Nebel, der sich erst später auflöste, als wir dann endlich die ganze Ruinenstadt und alle umliegenden Berge sehen konnten, was wirklich sehr beeindruckend war. Unvorstellbar, wie die Menschen damals diese Menge an Steinen auf die Berge gebracht hatten. Sehr süß waren die freilaufenden Alpakas, von denen ich so gerne eins in den Koffer gepackt hätte, passte aber leider nicht ins Handgepäck.

Zurück ging es wieder mit dem Bus und im Anschluss besuchten wir die Markthallen von Aguas Calientes. Hier konnten wir ein paar Souvenirs für die Daheimgebliebenen kaufen. Danach fuhren wir mit dem Zug zurück ins Heilige Tal, unterbrochen von einer einstündigen Pannen-Pause des Zugs. Getröstet wurden wir durch einen Snack und ein kleines Geschenk der Bahn.

22.09.2025

Heute hieß es früh aufstehen, denn schon um 05:00 Uhr hieß es „ab in den Bus“ für die Fahrt zu den Regenbogenbergen, lediglich unterbrochen durch ein kurzes Frühstück. 

Während der Fahrt durch eine karge Landschaft mit einem Bachlauf neben uns, sahen wie wieder Alpakas, die hier zum Teil gehalten werden und zum Teil freilaufend sind. Sehr beeindruckend fand ich die Unterschiedlichkeit der Berge, von rotem Gestein über schwarzes Gestein bis zu schneebedeckten 6.000er Gipfeln war alles dabei. An dem Busparkplatz angekommen, konnten wir uns für das Erreichen der Regenbogenberge entscheiden zwischen Motorrad, Pferden und den eigenen Füßen. Ich wählte das Motorrad, die Fahrt hat riesig Spaß gemacht! 

Den letzten Rest kann man nur zu Fuß erreichen – eine Höhe von 5.036 m! Hier wurde die Luft knapp, das bedeutete – paar Schritte laufen, anhalten, Luft holen und weiterlaufen. Aber diese Anstrengung hat sich gelohnt: Diese Gesteinsfarben und das unter blauem Himmel! 

Zurück ging es umgekehrt, den ersten Abschnitt zu Fuß, wieder aufs Motorrad und dann in den Bus.

Hiernach gab es eine Kleinigkeit zu essen und dann eine lange Busfahrt rüber zum Titicacasee, wo wir gegen 23:00 Uhr eintrafen. Also, ein wirklich langer Tag lag hinter uns.

23.09.2025

Um 08:30 Uhr fuhren wir mit dem Bus nach Puno/Hafen, gingen dort aufs Schiff und fuhren raus zu den Uros (den Bewohnern der schwimmenden Inseln) und zur Insel Taquile. 

Hochspannend war der Aufenthalt bei den Uros, die uns eine Bootsfahrt mit ihren eigenen, traditionellen Booten möglich machten und uns zeigten, wie sie die Insel gebaut hatten. 

Die Uros essen Teile des jungen Schilfs, was sie auch für den Inselbau verwenden. Sie rieten uns, das Schilf nicht zu essen, da unsere Mägen nicht daran gewöhnt sind.

Bei der Insel Taquile gingen einige von uns schnorcheln in dem mit 15 Grad recht frischen Wasser, ein paar wenige Mutige sogar ohne Neoprenanzug. Ich zog es vor draußen zu bleiben und den anderen zuzusehen. Es wurden insgesamt nur vier Fische gesehen, aber kleine Frösche konnten wir unter den Steinen finden. Anschließend fuhren wir mit dem Schiff zurück nach Puno/Hafen und mit Bus weiter zum Hotel. Abends ging es zum Essen in die Stadt, wo wir zufällig auf einen sagenhaften Umzug eines Tanzwettbewerbs stießen. Die unglaublich farbenfrohen, aufwändig erstellten Kostüme erinnerten eher an einen Faschingsumzug. Ein tolles Erlebnis!

24.09.2025

Ab heute traten wir die Rückreise an. Geplant war der Flug Juliaca – Lima mit Abflug um 12:50 Uhr, tatsächlich erreichten wir Lima erst, als unser Weiterflug nach Madrid bereits gestartet war. Was war passiert? Für den Flug Juliaca – Lima fehlte eine Stewardess (eine war aus Krankheitsgründen ausgefallen). Somit war die Crew unterbesetzt und die Passagiere wären in einem Notfall nicht genügend versorgt gewesen. So mussten wir auf eine Ersatz-Stewardess warten und konnten erst um 17:00 Uhr starten und verfehlten den Anschlussflug um eine Viertelstunde. 

Nun mussten alle Flüge neu gebucht werden und die Expeditionsteilnehmer wurden auf verschiedene Flieger verteilt, so dass alle unterschiedlich in Europa eintrafen. 

© 20.07.2026

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Heiko Blessin
Heiko Blessin
Dipl.-Biologe

Tauchen, Fotografie, Aquaristik, Haie, Motorrad

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